Ich habe mir vor etwas über 3 Monaten die Brüste verkleinern lassen.

Warum?
Ich sage nur, Körpergröße 166 cm, ok ich habe Übergewicht mit 83 kg (BMI 30), aber eine Körbchengröße von 85 K wünscht man sich dazu nicht. Nur Männer und Frauen mit winzigen Brüsten denken, da bestünde kein Behandlungsbedarf. Die Aussage von einem Mannschaftskollegen aus dem Tischtennis-Verein zum Thema war sehr treffend: „du bist jetzt offiziell die Erste, die ich kenne, die zuviel davon hatte und was abgeben wollte“ Und die Reaktion einer Bekannten (schlank, groß und hat kleine Brüste) ebenfalls, nachdem sie mich angeguckt hat: „wieso willst du sie verkleinern lassen? Sie sehen gar nicht so groß aus…“

Rechnen wir mal ein bisschen nach. Das Gewicht der Brust hängt etwas von der Unterbrustbreite ab. Bei 85 cm, wie ich es habe, würde eine Körbchengröße etwa 225 Gramm ausmachen, bei K also knapp 2,5 kg pro Seite, insgesamt 5 kg! Bitte, wer mir nicht glaubt, dass es zu viel ist und mich noch fragt, wieso ich die Brüste verkleinern lassen will oder verkleinern lassen habe, soll mal mindestens eine Stunde 5 Liter/kg Wasser/Bier/Milch/Saft/Gewichte um den Hals hängen. Leider hatte ich die Wahl nicht, dieses Gewicht nach einer Stunde wieder abzulegen.. erst nach einigen Jahrzehnten. Und das hatte Folgen.

Wer sich die Brüste vergrößern lässt, wählt kaum die Körbchengröße K, aber meist auch nicht mehr als C oder D. Und das ist ok, wenn man so wenig hat, dass es schon seelisch belastend ist. Aber dann soll diejenige nicht an mir rumhacken, wieso ich nach der Op mit einer Größe von 85 E nicht zufrieden bin. Das ist nämlich am Ende rausgekommen, obwohl mit dem Chirurgen vereinbart war, dass ich unbedingt kleinere Brüste haben möchte, als was zu mir passen würde, und zwar 85 B. Passen würde sicherlich C-D bei meinem Statur und momentanem Gewicht. Ich wollte sie aber kleiner haben, weil ich so lange so viel schleppen musste.

Nach der Verkleinerung immer noch zu groß! Es ist einfach nur ein Alptraum, auch wenn die Brüste jetzt natürlich viel kleiner und hübscher sind. Sie sind aber immer noch über 1100 Gramm schwer und fangen nach 3 Monaten schon an, durchzuhängen. Sie hüpfen immer noch beim Sport herum und mein Rücken tut immer noch weh. Den ersten Schock erlebte ich kurz nach der Op, als die Frau vom Sanitätshaus mich anguckte und sagte, ich bräuchte einen Kompressions-Bh in Größe D/E. Wie? Was? Wiesooo? Vor der Op habe ich doch mit dem Arzt besprochen, dass es B/C werden würde. Ein Kompressions-BH sollte schon eng sitzen, wieso dann D/E????

Es war von da an nur noch deprimierend, dass ich die Hoffnung, die ich vor der Op auf kleine Brüste hatte, einfach nur weg ist, der Zug ist abgefahren. Und nu? Was jetzt? Ich hätte Verständnis, wenn der Chirurg nicht genug wegnahm, weil er meine Gesundheit oder das Ergebnis nicht gefährden wollte. Aber wenn er nur nicht genug wegnahm, weil er es so beschlossen hat, dann würde es mich in eine tiefe Kriese stürzen. Die Antwort weiß ich noch nicht, es ist eigentlich auch egal, was die momentane Lage angeht.

Ich weiß nur, ich möchte und will sie kleiner haben. Egal wie. Vielleicht durch eine zweite Op. Ich möchte keine Möglichkeit ungenutzt lassen, ich probiere noch etwas vorher: ich habe noch 15 kg abzunehmen. Zwar habe ich schon 25 kg durch Ernährungsumstellung und viel Sport abgenommen, die Brüste wurden nur unwesentlich kleiner. Sie sind während den zwei Schwangerschaften viel gewachsen und danach nicht vollständig zurückgegangen.. wenig Fett – hauptsächlich Drüsengewebe – diese kann man nicht abnehmen, nur wegschneiden. Frauen, die Brüste mit viel Fettanteil haben, nehmen zuerst an den Brüsten ab. Auch ärgerlich, wenn man sowieso wenig davon hat. Auch ärgerlich, wenn man viel Busen hat, und die Brüste nach der Abnahme nur noch wie leere Hautlappen runterhängen. Meine Brüste hingen auch runter, aber sie blieben voll… rappelvoll.

Trotzdem! Da geht noch was, vielleicht werde ich durch die weitere Abnahme noch eine Körbchengröße los und eine andere, wenn die Schwellung vollständig runtergeht. Mein Chirurg meinte nämlich, dass die Brüste noch 200 ml Lymphödem enthalten würden, was etwa einer Körbchengröße entsprechen würde. Mit einem 80 C wäre ich dann auch zufrieden und bräuchte eventuell keine zweite Op mehr.

Im Juni 2013 (in 4 Monaten) habe ich beim Chirurgen den nächsten Kontrolltermin, bis dahin sollte ich das Endergebnis der Verkleinerung sehen. Ich möchte bis dahin noch etwa 15 kg abnehmen, mein Ziel ist auf 67 kg zu kommen, also insgesamt 40 kg leichter zu sein, als ich noch im Januar 2011 war.

Und hier fängt meine Geschichte an.

————————————————————

Februar 2012 mit 107 kg
November 2012 mit 81 kg
November 2012, 2 Wochen nach der Brustverkleinerung mit 78 kg

erstmal abnehmen

Advertisements