Ich habe immer nur davon geträumt, kleine Brüste zu haben. Leider war ich seit meinem Teenager-Alter mit immer größer werdenden Brüsten „gesegnet“. Ich habe in Ungarn gelebt, bis ich 26 Jahre alt war. Dort habe ich nie etwas über eine Brustverkleinerung gehört oder habe mich darüber informiert. Ich habe es akzeptiert und damit gelebt. Jetzt lebe ich schon seit 13 Jahren in Deutschland und der Gedanke kam konkret erst vor einem halben Jahr, Anfang September 2012. Zwei Monate später hatte ich die neuen Bussis.

Ich weiss, dass es meist nicht so schnell geht, dass viele Frauen viele viele Monate mit der Krankenkasse kämpfen müssen, nach der Ablehnung in die Revision gehen und wieder verlieren. Es dauert Jahre, bis sie das Geld für eine Op zusammen haben und die riesen Dinge endlich loswerden.

Ich hatte mit der Krankenkasse nicht nur Glück, ich habe mich vorbereitet, einen super Antrag geschrieben und nicht zuletzt überzeugende Ausgangslage vorweisen können. Vielleicht helfen meine Erfahrungen jemandem, dafür steht dieses Blog hier.

Schwanger

Anfang September 2012 war ich wegen einer Sportverletztung bei meiner Hausärztin. Sie hat nebenbei noch das jährliche Checkup gemacht, also Muttermale untersucht und die Brust abgetastet – bzw. sie hat es versucht, war aber nicht sicher, ob sie an zwei Stellen was spürt. Sie hat mich zur Sicherheit zur Mammografie geschickt, wo die Brüste zwischen zwei Platten gequetscht und geröngt werden. Paar Tage später hatte ich meinen Termin. Als ich mich vor dem Arzt ausgezogen habe und er die riesigen Brüste gesehen hat, hat er gemeint, er müsste auch Ultraschall machen, Mammografie wird nicht reichen. Die Brüste sind sehr voll mit Drüsengewebe und diese Stören nicht nur die Röntgenstrahlen, sondern auch beim Ultraschall wird viel Streuung verursacht. Deswegen macht er am Besten beides. Bei den Untersuchungen kam heraus, dass ich kaum Fettgewebe in den Brüsten habe (da habe ich schon 20 kg abgenommen und hatte noch 12 kg vor mir), fast alles ist Drüse. Zwei Zysten hat er auch gefunden, die beobachtet werden sollen. Auch wenn ich noch 10 kg abnehmen würde, wären die Brüste kaum bis gar nicht mehr kleiner. Das hat mir zu Denken gegeben…

KLICK

Eine Woche später habe ich mich in einem Schönheitschirurgie-Forum registriert. Ich habe es mit meinem Mann besprochen, ich möchte mich operieren lassen, ich will endlich kleine Brüste. Ich habe dafür die Monate davor viel gekämpft, viel abgenommen, trotz Schmerzen viel Sport gemacht, dabei teilweise die Brüste festhalten müssen. Jetzt nach der Op muss ich sowas nicht mehr tun… obwohl sie immer noch zu groß sind und rumhüpfen, weh tun, aber es ist kein Vergleich zu früher. Im Forum wurde mir geraten, trotz gewöhnlich häufigen Niederlagen, erstmal bei meiner Krankenkasse einen Antrag für die Kostenübernahme zu stellen. Wenn sie nicht bezahlen, können wir es immer noch tun. Eigentlich hatte ich keine Lust, mich vor der KK zu erniedrigen, eine Zurückweisung zu kassieren, mich einem Arzt im medizinischen Dienst vorzustellen und auf die Entscheidung Monate zu warten. Wenn ich mich schon für die Op entschieden habe, wollte ich diese so schnell, wie möglich. Ich wollte keinen Tag mehr länger diese Menge mit mir herumtragen.

Im Forum haben mir alle geschrieben, meine Ausgangslage ist so eindeutig, ich muss die Kostenübernahme beantragen! Somit habe ich angefangen zu recherchieren, was ich alles für den Antrag brauche. Außerdem habe ich im Internet die Kontaktdaten von einem plastischen Chirurgen in der Nähe ausgesucht, den mir auch schon meine Frauenärztin empfohlen hat. Ich habe ihn angerufen und ich habe zwei Wochen später für Ende September einen Termin für ein Beratungsgespräch bekommen.

Meiner Hausärztin habe ich auch gesagt, dass ich eine alte Sportverletzung in der rechten Schulter habe, die in den letzten Jahren immer schlimmer weh tut und nie untersucht wurde. Sie hat mich zum MRT geschickt, das in einem Orthopädie-Zentrum durchgeführt wurde. Der Arzt hat die Aufnahmen sofort ausgewertet und festgestellt, dass ich eine Sehne vollständig gerissen war. Die Belastung durch das Tragen der Kinder und durch den Sport während meiner Abnahme führten dazu, dass mir die rechte Schulter unerträglich weh tat. Zwei Tage vor dem Beratungsgesprächs mit dem plastischen Chirurgen hatte ich noch einen Termin in einer Klinik, die auf Schulter-Ops spezialisiert war. Der Arzt hat mich zu einer Op geraten, ich sagte jedoch, die können wir erst machen, wenn die Brüste verkleinert wurden, weil ich SOO und ohne BH nicht existieren kann, wenn ich meinen Arm wochenlang nicht bewegen darf. Er hat mir einen Attest geschrieben, dass die Brustverkleinerung von seiner Seite medizinisch indiziert und dringend empfohlen wird. Damit hatte ich schon mal etwas in der Hand.

Ich sah meine Chancen schlecht, weil ich wegen den Schmerzen nie in Behandlung war, keine Therapien gemacht habe, keine Krankengymnastik. Die Krankenkassen weisen einen gerne ab, weil man die Möglichkeiten vor einer Op noch nicht ausgeschöpft hat. Sie schicken die Frau dann erstmal hin und her und sie soll erstmal auch noch abnehmen. Das war der zweite Punkt, der mich beunruhigt hat. Ich hatte immer noch deutlich Übergewicht. Hat es überhaupt einen Sinn gemacht, den Antrag zu stellen oder sollte ich vorher noch etwas abnehmen?

 

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