Zwei Tage danach, dass ich bei der TKK die restlichen 3 Atteste (Frauenärztin, plastischer Chirurg und Hautarzt) nachgereicht habe und ein Tag bevor die TKK das Attest vom Orthopäden bekommen hätte, wurde ich von der Krankenkasse angerufen. Ich war gerade einkaufen und habe gerade die Sachen ins Haus getragen. Ich ging trotzdem ans Telefon, ich wusste zwar nicht, wer anruft. Ich habe erstmal nur zugehört, die Sachbearbeiterin hat angefangen zu erzählen, dass sie mir einen Brief geschickt hat, den ich nicht beachten sollte. Sie konnte ihn nicht mehr aufhalten, aber was drin steht, gilt nicht mehr. Ich hatte nicht mal Zeit, darüber nachzudenken, was es bedeuten soll, sie fuhr schon fort. Sie hat erst nur ein Schreiben vom medizinischen Zentrum bekommen (?? das hat mir nichts gesagt, war es vielleicht doch vom PC??), gerade hat sie aber meine ganzen Unterlagen bekommen und es ist so umfangreich, mit vielen Fotos…. Da habe ich die Frau unterbrochen und ihr gesagt, dass ich 2 Tage vorher noch 3 Atteste abgegeben habe und morgen soll noch ein Attest per Fax kommen. Ich dachte, sie vermisste diese und wollte sie sie einfordern. Kommt ja auch mal vor. Vor allem, ich habe ja den Antrag schon eine Woche vorher abgegeben und sie hätte sie erst heute bekommen? Deswegen klärte ich sie auf, dass die Atteste auch schon bei der TKK sind.

Sie antwortete mir sofort, dass ich jetzt nichts mehr schicken soll, mein Antrag wurde bewilligt!

Der Antrag ist so ausführlich und die Fotos sprechen deutlich für sich, die TKK kann in meinem Fall nicht anderes tun, nur bezahlen. Sie ruft mich an, weil sie in einem Brief fehlende Unterlagen eingefordert und mich zum medizinischen Dienst überwiesen hat, aber gerade hat sie meine ganzen Unterlagen bekommen, konnte aber den Brief nicht mehr aufhalten, ich soll ihn nicht beachten. Sie schickt aber die Bewilligung gleich hinterher, ich soll bitte die für den plastischen Chirurgen in der Praxis abgeben, die schickt sie mir im selben Umschlag.

Ich wusste gar nicht, wie ich mich freuen soll. Sofort habe ich allen Bescheid gesagt, die davon wissen sollten: Mann, Freundinen, PC-Forum. Meine Hände haben gezittert 😀 Die KK hat sich sehr schnell entschieden, praktisch sofort, nachdem die Sachbearbeiterin meine Unterlagen in die Hand gekriegt hat. Den Antrag habe ich 8 Tage davor abgegeben, die 3 Atteste 2 Tage vorher nachgereicht. Alles ging ein wenig durcheinander, deswegen würde ich das nächste Mal alles zusammen abgeben und nicht nacheinander. Eine Woche hin oder her ist eh egal. Da sich die Krankenkasse so schnell entschieden hat, die Kosten zu übernehmen, hatte ich bis zum geplanten Op-Termin noch sehr viel Zeit, genau 3 Monate. Der Termin war auf Mitte Januar 2013 gesetzt und das war nicht ganz optimal. Am liebsten hätte ich einen Termin im November gehabt, nachdem wir unser letztes Tischtennis-Spiel mit der Mannschaft gespielt haben und die Winterpause anfing. Ich wusste, dass ich nach der Op 2-3 Monate Pause halten muss und im Januar fing die Rückrunde schon an, ich hätte nicht spielen können. Nach kurzer Überlegung habe ich meinen Mann gefragt, was er dazu sagen würde, wenn ich versuchen würde, meinen Op-Termin auf November zu verlegen. Könnte er dort 2 Wochen Urlaub nehmen? Er schrieb mir von der Arbeit zurück, er könnte, ich soll es versuchen. Hätte ich den Termin im November, könnte ich dann Silvester mit den Kindern alleine nach Ungarn zu meinen Eltern fliegen? Wäre ich da schon fit genug? Könnte ich die Koffer hinterherziehen, vom Band runterheben? Alles müsste geplant werden. Ich habe in mein Zykluskalender geguckt: wann werde ich das nächste Mal meine Tage kriegen? Ich brauche einen Termin unmittelbar nach meiner Periode, damit ich bis zur nächsten genug Pause habe. Ich weiss ja nicht, wie beweglich ich nach der Op sein werde.

Ich habe in der Praxis vom plastischen Chirurgen angerufen und die Lage geschildert. Ich bat um einen Termin im November, möglichst um den 15. November herum. Da hätte ich meine Tage schon hinter mir und die 6 Wochen bis zum Flug würden auch ausreichen, um wieder fit zu werden. Hmmm.. es gab ein Problem, es gab keine Termine frei. Die Frau nannte mir den 8. November – war nicht gut, genau dort hätte ich meine Tage bekommen sollen. Wie wäre es dann mit dem 1. November? Theoretisch gut, aber wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben? Nicht dass ich dort meine Tage bekommen, bevor ich heimgelassen werde. Ich habe nachgeguckt, könnte passen. Dann soll es der 1. November sein!

Plötzlich hatte ich nur noch 13 Tage bis zur Op und nicht 3 Monate!

Ich wurde nervös und konnte mich in diesen 13 Tagen kaum bis gar nicht beruhigen. Ich hatte Angst, es war ein großer Schritt in meinem Leben, wie meine Hochzeit und die Geburt meiner Kinder, der große Tag und das Ergebnis sollte perfekt werden. Ich hatte Angst, dass die Brüste nach der Op imer noch zu groß bleiben und ich keine zweite Chance mehr habe.. darüber habe ich oft gelesen. Kaum eine schreibt aber darüber, dass die Brüste viel zu klein wurden. Ich hatte aber keine Angst vor der Narkose, dass ich nicht mehr aufwache oder vor den Schmerzen. Und genauso kam es dann: meine Brüste blieben nach der Op immer noch zu groß und jetzt kämpfe ich um eine zweite Chance.

 

Das Schreiben von der Krankenkasse, welche Angaben sie in einem Antrag für die Kostenübernahme benötigen:

krankenkasse-angaben

 

Bescheid von der TKK über die Bewilligung der Brustverkleinerung:

bescheid-tkk

 

 

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