Ich habe es also geschafft, meinen Op-Termin vorzuverlegen und hatte plötzlich nur noch 13 Tage bis zur Op und nicht 3 Monate, wie ursprünglich. Ich habe Panik gekriegt, ich musste noch so viel erledigen, wie den herbstlichen Garten aufräumen, alles winterfest machen, Laub kehren – das alles mag mein Mann nicht machen, muss ich also noch vorher erledigen.

– mein Mann musste später Laub kehren, er hat aber alles auf dem Rasen liegen lassen, ich musste es dann über den Winter da wegschaffen

Ich wollte auch noch bis zur Op etwas abnehmen, auf mein Wunschgewicht kommen – das ist auch nicht passiert. In den letzten zwei Wochen konnte ich kein Gramm mehr abnehmen. Da glaube ich schon daran, dass Stress für die Abnahme nicht förderlich ist. Der Stress hat sogar meinen Zyklus durcheinander gebracht und das hatte ich noch nie, seitdem ich ihn beobachte. Es schien mir so, als wäre mein Eisprung ausgeblieben und damit wurde es ungewiss, wann ich meine Tage bekommen werde. Ich habe es vorher schön ausgerechnet und trotzdem könnte es sein, dass ich sie im Krankenhaus bekomme. :-/

– meine Tage kamen dann mit 3 Tage Verspätung, 8 Tage post Op – es war kein Problem

Was blieb mir übrig, ich ging mit 82,8 kg ins Krankenhaus. Und kam 4 Tage später mit 79 kg raus. Ich habe befürchtet, dass ich in den Monaten nach der Op ohne Sport zunehmen werde. Ich habe überall gelesen, dass das Gewicht nicht mehr als plus-minus 5 kg verändern sollte, sonst ist das Ergebnis in Gefahr.  Ich habe ja in dem Jahr davor fast jeden Tag Sport gemacht, um meine Abnahme zu unterstützen. Ob es reichen würde, wenn ich auf die Ernährung achte??

– Es hat nicht gereicht, ich habe in den 4 Monaten nach der Op 4,5 kg zugenommen. Mit dem Sport habe ich leicht nach 7 Wochen angefangen, als ich das OK vom Chirurgen bekommen habe. Tischtennis, Walken – das habe ich zuerst gemacht. Das volle Workout Programm startete ich 3-4 Monate nach der Op.

Ich habe mir schon mal überlegt, was ich in den Klinikkoffer packe. Da ich aber nicht wusste, wie lange ich drin bleiben werde, wusste ich auch nicht, wieviele Klamotten es sein sollen. Aber mein Mann konnte noch alles bringen, also es war nicht so ein Problem. Man kann auch an den ersten 1-2 Tagen die Krankenhausklammotten tragen. Kann ich aber danach ein T-Shirt anziehen? Im Internet habe ich einen tollen Tipp gelesen: Tops mit Spaghettiträger – da kommt man gut rein. Nur ich hatte keine von früher und es war schon Mitte Oktober, sowas kriege ich auch nirgendwo.

– 3 Tage vor der Op habe ich den Koffer gepackt. Einiges habe ich dann vermisst (Wecker, Handtuch für die Haare, Tüte für schmutzige Klammotten), von den Klammotten hatte ich zu viel dabei. Ich hatte mehrere Tops ohne Ärmel dabei, die etwas weiter und gut ausgeschnitten waren, ich kam da wunderbar rein. Einen Pulli habe ich noch drübergezogen, oft war es mir aber zu warm. Warme Socken habe ich auch nicht gebraucht.

Was mich noch beschäftigt hat: welche Oberteilgröße werde ich nach der OP haben? Davor trug ich 44-46, wobei 44 eng war und 46 ist auch nicht locker, aber wenigstens spannte es nicht. Unten war ich gerade zwischen 42/44. Ich gehe geplant von J/K auf Körbchengröße B, es sind 8-9 Größen, etwa 18 cm am Brustumfang. In letzter Zeit habe ich mir Oberteile in Größe 44 gekauft, die könnten reichen.

– Da die Brüste nicht genug verkleinert wurden, bin ich bei der Körbchengröße E gelandet. Es sind „nur“ 6 Größen weniger (105 cm Brustumfang) und mir passen Oberteile in Größe 44, manchmal auch 42. Jetzt wo ich weiter abnehme, trage ich unten Größe 42 (Hüfte 102 cm), oben Größe 44, da sich der Brustumfang bis jetzt nicht geändert hat – enttäuschend.

Wann sollen mich meine Kinder im Krankenhaus besuchen? Wann sehe ich für sie fit genug aus? Schon am Tag der OP? Wenn sie mich an 1-2 Tagen nicht sehen dürfen, wird es für sie schlimm sein? Wir waren noch nie von einander getrennt (3 und 6,5 waren sie), maximum für Stunden.

– meine Kinder haben es super ohne mich und nur mit dem Papa ausgehalten. Sie kamen zuerst ein Tag nach der Op. Ich war 4 Tage lang drin und sie kamen nicht jeden Tag. Die Drainagen haben sie nicht erschreckt, die aus den Brüsten rauskamen und mit blutiger Flüßigkeit voll waren. 

Nach der Op muss ich viele viele Wochen lang auf dem Rücken schlafen. Ich schlafe sonst nie so! Wie werde ich es schaffen? In diesen letzten 13 Tagen habe ich es versucht: ich habe unter die Knie ein Stillkissen gelegt. An den ersten zwei Tagen ging es überhaupt nicht, ich habe so keine Minute schlafen können. In der dritten Nacht ging es schon etwas, mindestens ein paar Stunden waren drin! Ich hatte zwei Kaiserschnitte, da war es auch so, dass ich auf dem Rücken liegen sollte. Aber am zweiten Tag habe ich es nicht mehr ausgehalten und trotz Schmerzen habe ich mich auf die Seite gedreht. In den ersten paar Minuten hat es gezogen, aber danach war es gut. Ich fragte mich, ob es bei einer Brust-OP auch gehen würde.

– und wie es ging! Ich hatte überhaupt keine Probleme mit dem Schlafen oder mit Rückenschmerzen! Ich konnte sowohl im Krankenhaus, als auch zu Hause schlafen. Was mir im KH geholfen hat, dass ich am Bett das Fuss- und Rückenteil hochgestellt habe und so mit dem Popo am tiefsten lag. Zu Hause hatte ich das Bett für mich alleine und hatte rechts und links und unter meinen Knie ein Kissen. 

Mein Mann bleibt nach der Op eine Weile zu Hause. Nach 2,5 Wochen muss ich alleine klar kommen und zB. die Kinder fahren oder einkaufen gehen. Wird es gehen?

– einige haben nicht so viel Glück, aber die meisten erholen sich von dieser Op sehr schnell und haben kaum Schmerzen. So war es bei mir auch. Mein Mann hat zwar 2 Wochen Urlaub genommen, er konnte mir aber nicht besonders viel abnehmen und er ging dann nach einer Woche auch wieder arbeiten. Was er noch für eine Weile übernommen hat, dass er morgens die Kinder angezogen, gefüttert und zur Haltestelle begracht hat. Ich habe sie dann Mittags abgeholt. Ich konnte aber nach 2 Wochen Auto fahren, war beim Friseur und habe auch eingekauft. Tag für Tag ging es mir besser. Die Erholung nach den Kaiserschnitten mit einem kleinen Baby war viel langwieriger.

Ich wurde Donnerstag Vormittag für die Op eingeteilt. Ich musste am Vortag um 11 Uhr erscheinen und einchecken, so konnten die Vorbereitungen schon am Vortag gemacht werden: Blutabnahme, EKG, Besprechung mit dem Narkosearzt, Aufklärung über die Op. Die andere Variante wäre gewesen, dass ich 2 Tage vor der Op zu diesen Angelegenheiten ins KH komme, dann hätte ich erst Donenrstag um 7 Uhr zur Op (zum Anzeichnen) kommen sollen. Das war aber wegen meinen Kindern nicht möglich, sie mussten ja in die Schule und in den Kindergarten. Deswegen habe ich es gewählt, schon Mittwoch vormittag ins KH zu gehen und eine Nacht mehr dort zu verbringen.

Prä-Op-Tag
31. Oktober 2012, Mittwoch

Kurz vor 11 wurde ich Im Krankenhaus stationär aufgenommen.Von hier ging ich auf die Station, habe meine Papiere abgegeben und eine halbe Stunde mit meinem Mann gewartet. Sobald er weg war kam die Schwester und sagte, dass ich zwei Etagen höher muss: Auf der Station G1 (Gynäkologie) gab es kein Bett frei, deswegen wurde ich auf C1, auf die Chirurgie verlegt. Es war ein kleines Zweibettzimmer, meine Nachbarin war nicht anwesend, nur ihre Beinprotese. Hmmm… Später habe ich erfahren, dass sie an diesem Tag operiert wurde und vorübergehend auf die Intensivstation kam.

Ich habe ein Aufnahmegespräch geführt mit einer Schwester, dann um 12 wurde ich zum EKG geschickt. Ich kam sofort ran und war nach wenigen Minuten auch fertig. Mein Mittagessen stand schon auf dem Tisch, als ich ins Zimmer zurückkam – Kohlrabiauflauf und Götterspeise. Der Kaffee war aber schlecht! Ich habe Cappuccino mitgebracht, plus Süssstoff, den habe ich getrunken.

Um 15 Uhr hatte ich die Besprechung mit der Anästhesistin, ich musste mehr warten, als was ich im Zimmer verbracht habe. Sie hoffte auch, dass ich die Narkose gut vertragen werde, wie bis jetzt immer. Ich hatte schon zwei Kaiserschnitte und eine Ausschabung, bei der letzteren mit Vollnarkose.

16:30
ich musste runter auf G1, wo mir Blut abgenommen wurde. Die Ärztin hat mir nochmal alles über die Op erzählt. Sie hat sich sehr gewundert, als ich sie fragte, ob die Brustwarzen frei transplantiert werden oder am Stiel. Sie meinte, die Op wird etwa 2,5 Stunden dauern. Die Drainagen bleiben 2-7 Tage lang drin, danach darf man heim. Fäden ziehen nach 10-12 Tagen um die Brustwarzen herum, die anderen lösen sich selber auf. Erste Kontrolle in 6 Wochen.

17:30
meine Familie kam für eine Stunde zu Besuch

19 Uhr
Ich habe eine Spritze in den Bauch bekommen, vorsorglich gegen Thrombose (die habe ich dann jeden Tag bekommen). Der Bescheid über die Kostenübernahme wurde bis dahin schon zweimal kopiert, gut dass ich die Papiere dabei hatte.

Ich habe (auch) an diesem Abend sehr gut geschlafen und wachte am nächsten Morgen noch vor dem Wecker auf.

An diesem Tag sollte mein neues Leben beginnen!

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