Über die Brustverkleinerung selber habe ich in einem früheren Post geschrieben. Nach der Op blieb ich noch 4 Nächte im Krankenhaus und Montag Vormittag durfte ich heim.

1. Post-Op-Tag
2. November, Freitag

Um 6 Uhr bin ich aufgewacht, es war der erste Tag nach der Brustverkleinerung. Die Schwester kam noch vor 7 Uhr, sie hat den Blutdruck gemessen, der wieder ziemlich niedrig war (100 zu 60). Die Temperatur lag unter der Zunge bei 37 Grad. Nach dem Frühstück (1 Brötchen mit Magerquark und Pflaumenmus – ich habe es hier kennengelernt und seitdem esse ich es sehr gerne) habe ich mich am Bett gewaschen. Die Schwester hätte es auch getan, war aber nicht nötig, mir taten die Wunden nicht weh. Sie hat mir etwas Wasser und einweg Handschuhe gebracht. Die Ärztin kam um 10:30, sie hat mich angeguckt und die Pflaster entfernt. Die Narben selber blieben mit einem Tape bedeckt und kamen erst 8 Tage nach der Op beim ersten Kontrolltermin ab, als die Fäden gezogen wurden. Ich hatte nur irgendein Stoffschlaufe an den Brüsten, die ich mir noch vor der Op anziehen musste. Ich habe die Ärztin gebeten, mich mit meinem Handy zu fotografieren. Das war das erste Foto von den neuen Brüsten. Beim Liegen gingen die Brüste noch ziemlich in die Seiten. Danach hat die Ärztin noch für den Hb-Wert Blut abgenommen. Sie war auch bei der Op dabei und sie war sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Wie ich es später erfuhr, lag der Hb Wert bei 8.9 – im September war er auch schon unter der Grenze mit 11.8, daraufhin nahm ich zu Hause Ferro Sanol duodenal. Gegen Verstopfungen hat das Brötchen mit Magerquark und Pflaumenmus sehr gut geholfen.

Von diesem Tag an war ich schrecklich aufgebläht. Ich hätte den ganzen Tag auf dem Klo verbringen können, aber der Kreislauf spielte noch nicht mit.

Um 13 Uhr war eine Frau vom Sanitätshaus da, hat mich angeguckt und gemeint, ich bräuchte einen Kompressions-Bh in Größe 90 D/E!! Das war für mich der erste Schock. 90 könnte ich noch verstehen, aber Körbchengröße D/E?! Wieso? Wir haben doch besprochen, dass ich ein B Körbchen kriege, aber mit einem C wäre ich auch noch zufrieden gewesen. Ein Kompressions-Bh sollte auch fest sitzen, kann nicht zu weit sein. Habe ich wirklich immer noch so eine große Größe?? Die Frau meinte, sie kann auch B/C mitbringen, wenn ich es meine. Hat sie dann auch getan, aber wir haben die Anprobe doch mit D/E angefangen. Man würde denken, es ist eine große Op, die schon mal 3,5 Stunden lang dauern kann und große Wunden hinterlässt. Aber die Hautareale sind an der Brust anscheinend nicht so empfindlich. Beim Ausziehen der Stoffschlaufe und Anziehen des Kompressions-Bhs hatte ich weiterhin keine große Schmerzen. Allein den Stellen, wo die Drainagen an den Seiten aus der Brust kamen, drückte der Bh unangenehm. Die Schläuche kamen raus und gingen in zwei kleine Flaschen, wo sich das Wundsekret sammelte. Solange was nachkam, blieben sie drin. Sobald die Drainagen gezogen werden können, darf ich auch nach Hause gehen. Dadurch, dass die Krankenkasse bezahlt hat, habe ich zwei Kompressions-Bhs bezahlt bekommen (dies ändert sich vom Bundesstaat zu Bundesstaat). Auf der Rechnung stand 195 Euro/Stück. Später haben wir die Rechnung über den Eigenanteil bekommen, zwei BHs kosteten mir 20 Euro, den Rest übernahm die TKK. Ich habe einen BH in Schwarz und einen in Weiss bekommen, den schwarzen Bh hat mir die Frau gleich angezogen. Am ersten Tag kam durch die Drainagen 80 ml Flüssigkeit raus. Wenn es unter 20 ml ist, dürfen sie raus.

Ein Paracetamol 500 habe ich genommen, bevor der Bh angezogen wurde. Und später noch ein Schmerzmittel zum Schlafen. Weh tat mir allerdings kaum was. Manchmal drückte die Drainage. Meine Familie kam Nachmittag. Meine Tochter hatte Angst vor der Nachbarin, die nur ein Bein hatte, so ist sie gar nicht in unsere Nähe gekommen. Sie hat mir ein Geschenk überreicht, wo drauf stand, dass sie mich mag. Sie waren dann schnell weg, aber meine Schwiegermutter ist noch ein drittes mal gekommen. Also… Das fand ich schon ein bisschen übertrieben. Ich habe ihr sagen müssen, dass ich am nächsten Tag keinen Besuch empfangen möchte. Die Kinder kommen auch nicht, bevor ich mobiler werde. Ich musste meine Tochter woanders treffen, wie im Tagesraum nebenan, wo die Nachbarin nicht dabei war. Dazu musste ich laufen können.

Nachmittag habe ich der Schwester gesagt, dass ich ins Bad muss. Sie soll bitte zur Sicherheit im Zimmer bleiben, ich möchte es jedoch alleine versuchen. Es ging auch gut, trotz dass es mir schwindelig war. So ging ich am Abend und dann auch die Nacht alleine ins Bad. Das war der erste Erfolg!

2. Post-Op-Tag
3. November, Samstag

An diesem Tag war ich schon mobiler. Ich bin um 5 aufgestanden, nachdem ich ganz gut geschlafen habe. Ich habe mich bisschen sauber gemacht, die Zähne geputzt. Zu Hause habe ich noch überlegt, ob ich es werde tun können: meinen Arm mit der Zahnbürste hin und her zu bewegen oder soll ich mir eine elektrische Zahnbürste besorgen. Die Sorgen waren unbegründet, alles lief super. Ich konnte mich auch auf einen Stuhl hinsetzen, wenn es mir zu schwindelig war. Um 8 Uhr kam das Frühstück (ich wählte jeden Tag Quark mit Pflaumenmus auf Brötchen) und danach ein Arzt, der die Brüste angeguckt hat. Kompressions-Bh aufzumachen hat nicht weh getan. Er war zufrieden und zuversichtlich. Ich hoffte auch, dass ich in 2 Tagen heim darf. Flüssigkeit links 140 ml, rechts 150 ml insgesamt. Nach dem Essen war ich mehrmals auf dem Flur, habe Wasser und Kaffee geholt. Dazu musste ich vielleicht 20 m hin und 20 m zurück laufen. Es ging langsam, ich wollte ja auch nicht rennen. Ich musste dabei die zwei Drainagenfläschchen in der Hand halten, so musste ich Kaffee und Wasser nacheinander holen. Ich wollte mich auch bewegen, damit ich bloß keine Thrombose kriege. Andere Frauen, die sich in einer Privatklinik operieren lassen, sind nur eine Nacht in der Klinik, danach müssen sie meist nach Hause, sie würden also auch schon rumlaufen. Mir war noch etwas schwindelig und ich war schwach und müde, ich blieb nicht lange vom Zimmer weg und ich habe tagsüber entweder auf dem Handy Filme geguckt oder geschlafen. Nach dem Mittagessen habe ich ein Abführmittel bekommen, da ich bis dahin kein großes Geschäft hatte, nur aufgebläht war – ich muss echt sagen, die Blähungen und die Thrombosespritze waren schlimmer, als die Brustschmerzen. Lefax habe ich auch bekommen. Ich hatte sowohl Eisentabletten, als auch Lefax dabei, durfte sie aber nicht nehmen, ich musste der Schwester Bescheid sagen und von ihr habe ich die Medis nehmen müssen. Ich habe mich in Klamotten fotografiert, mich umgezogen. Mich umzuziehen war kein Problem, ich kam mit den Armen gut ins Oberteil rein, die Hose konnte ich auch anziehen. Wegen dem niedrigen Hb Wert nahm ich von da an 2 Eisentabletten am Tag. Mein Blutdruck war wieder 100 zu 60, Temperatur 37,1 unter der Zunge. Das Abführmittel hat bis Abend schön geholfen, die Schwester konnte endlich einen Haken in meine Akte setzen.

An diesem Tag hatte ich keinen Besuch, ich habe nur mit meinem Mann gechattet. Es war sehr schön, ich habe niemanden vermisst, ich war entspannt und konnte mich erholen.

3. Post-Op-Tag
4. November, Sonntag

Ich habe im Krankenhaus erstaunlich gut geschlafen. Ich habe im Vorfeld oft gelesen, dass man schnell Rückenschmerzen bekommt, bei mir war es aber nicht so. Ich habe die Rückenlehne und das Fußteil des Bettes nach oben gefahren, es war sehr bequem. Das Stillkissen habe ich nicht gebraucht, war nur im Weg. Wenn ich nicht mehr auf dem Rücken liegen konnte, habe ich mein Po ein wenig zur Seite gedreht. Sitzen war auch bequem, dabei hat nur ab und zu die Drainage gedrückt. Einmal war ich in der Nacht im Bad, ohne Vorfälle und um 7 Uhr bin ich aufgestanden. Ich konnte mir ohne weiteres die Haare waschen, so dass nur der Kopf nass wurde. Ich beugte mich in der Dusche nach vorne, so dass ich draussen stehen blieb. Duschen durfte ich noch nicht, ich habe mich nur abgewaschen – diesmal am Waschbecken, nicht im Bett. Nichts tat dabei weh.

Die Schwester kam, Blutdruck besserte sich mit 110 zu 70 (Kaffee!!), Temperatur 36.8. Auf der rechten Seite ist seit gestern keine Flüßigkeit mehr nachgelaufen, die Schwester meinte, da kommt bestimmt die Drainage raus. Links kamen 40 ml, da bleibt sie noch drin. Allerdings lief links den ganzen Tag nichts mehr nach. Die Ärztin kam Nachmittag und meinte, wir lassen zur Sicherheit die Drainagen an beiden Seiten bis morgen früh drin. Weil eben sehr viel Flüssigkeit rauskam, die Wunde groß ist, viel entfernt wurde, sicher ist sicher. Morgen früh können wir dann beide Seiten ziehen und ich darf auch heim. Den Bh soll ich jetzt 4 bis 6 Wochen lang Tag und Nacht tragen und am 18. Dezember – nach knapp 7 Wochen – ist dann die erste Kontrolle beim PC.

Nach 15 Uhr war meine Familie zu Besuch. Meine Tochter (6,5 J)meinte, sie vermisst mich nicht. Mein Sohn (3 J) sagte, ich soll heute mit ihm nach Hause. Er hat aber schnell akzeptiert, dass ich erst morgen komme, wenn er aus dem Kindergarten nach Hause kommt. Ich war so mobil, dass wir uns draussen im Tagesraum und auf dem Flur aufhalten konnten. An diesem Abend habe ich mir im Bad den Bh aufgemacht und mir alles angeguckt. Die Brüste waren eher flach und gingen sehr in die Breite. Die Brüste fand ich ganz ok, ich hatte noch keine Vorstellung von der Größe, was ich zu Hause anziehen kann, welche Klammotten passen werden. Mir ist nur aufgefallen, dass mein Bauch riesen groß war. Ich war aufgebläht und wie ich es öfters gelesen habe, kommt es nach einer Op oft vor, dass der Bauch so groß ist. Bei mir blieb er auch noch wochenlang so.

4. Post-Op-Tag
5. November, Montag

Blutdruck 105 zu 80 und 36,6 Grad kurz vor 7 Uhr. Hmmm… Ich sollte meine Tage zwei Tage später, Mittwoch kriegen, aber es sah nicht danach aus – kein PMS in Sicht. Hehe, ich hatte vor der Periode immer Brustschmerzen, die waren nicht vorhanden. 😉 Ich war gespannt, wie es mit dem Zyklus weitergeht. (Meine Tage habe ich dann mit 3 Tagen Verspätung, Samstag bekommen. Es war wie immer, keine Einschränkungen, keine Schmerzen diesbezüglich.)

Ich habe zwar gut geschlafen, aber mit großen Hinterkopf-Schmerzen aufgewacht, deswegen habe ich ein Paracetamol genommen. Zeit nach Hause zu gehen. Rechts habe ich 160 ml, links 170 ml Flüßigkeit im Fläschchen. Ich hoffe, das wird noch durchgehen. Etwas nach 9 Uhr kam die Ärztin, die auch bei der Op dabei war. Sie hat gleich damit angefangen, dass ich heute entlassen werde. Da war ich schon sehr glücklich! Sie gab mir einen Brief mit dem Bericht mit. Daraus habe ich erfahren, dass neben dem PC noch zwei Ärztinnen assistiert haben. Sie hat für mich zwei Termine ausgemacht: 8 Tage nach der Op für Fädenziehen und 7 Wochen nach der Op für die erste Kontrolle. Danach waren die Drainagen dran. In den Foren liest man immer, wie sehr Verkleinerte vor dem Ziehen der Drainagen Angst haben. Es soll fürchterlich weh tun 😉 Die es schon hinter sich haben, können nur erzählen, man kann es kaum spüren. Und es war auch wirklich so. Erstmal wurden die Fäden um die Drainagen herum gekürzt – das hat etwas weh getan. Danach musste ich tief Luft holen und dabei wurde die Drainage gezogen – dies empfand ich viel weniger schlimm. Das Loch wurde mit einem Pflaster abgeklebt. Ich durfte es beim ersten Duschen abzupfen. Die Pflaster auf den Narben waren wasserfest, ich durfte ab da an duschen. Die Ärztin meinte, ich soll den Kompressions-Bh 4-6 Wochen lang Tag und Nacht tragen. Ich soll Eisen weiter nehmen.

Um halb 10 habe ich meinen Mann benachrichtigt und habe meine Sachen gepackt. Die Schwester haben zwei große Packungen Lindt Schokolade bekommen. Danach haben wir im Café noch was getrunken und kurz einkaufen gefahren. Kurz vor 12 sind wir zu Hause angekommen, mein Sohn musste abgeholt werden. Das hat mein Mann erledigt, in der Zeit habe ich eine Tütensuppe gekocht, den Koffer ausgepackt. Nachmittag habe ich Filme geguckt, während mein Mann die Kinder zum Englisch fuhr. Sie waren 2,5 Stunden lang weg. Als sie zurück kamen, war es abenteuerlich: meine Tochter legte sich vorsichtig auf mich, sie wurf etwas auf mich und dann schlug sie mir auch noch auf eine Brust. Da bin ich aufgestanden und mich im Schlafzimmer eingesperrt. Eine Stunde später sind die Kinder ins Bett gegangen, die Vorbereitungen liefen da gut. Wir haben von der Uroma einen Liegestuhl besorgt, es war sehr bequem – hatte die selbe Form, wie das Bett im Krankenhaus. Nur leider hatte unser Kater was dagegen und hat in der Nacht draufgepinkelt. So wurde mein Vorhaben, mich auf dem Liegestuhl zu erholen, gleich zunichte gemacht. 😉

Damit fing die Zeit zu Hause an..

 

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