Am 11. Juni 2013 kam der Tag, an dem ich beim plastischen Chirurgen einen Kontrolltermin hatte. Diese Kontrolle war normalerweise nicht eingeplant, ich hätte wegen der Brustverkleinerung nicht mehr kommen sollen. Ich habe den Termin ausgemacht, weil meine Neuen nach der ersten Op immer noch zu groß blieben und ich wissen wollte, wie wir sie kleiner kriegen könnten. Die erste Op wurde von der Krankenkasse bezahlt, was schon außergewöhnlich war, weil weder meine Frauenärztin, noch der Orthopäde oder der Hautarzt hatte eine Patientin, die die Kostenübernahme von der KK bekommen hätte – für sie alle war ich die Erste. Ich habe die Op mitgemacht, es wurde in 3,5 Stunden insgesamt 2,5 kg Gewebe entfernt und trotzdem blieben die Brüste doppelt so groß, wie sie hätten werden sollen.

Ich habe in den letzten 7 Monaten sehr viel gegrübelt, wie es weitergehen soll und was ich von der ganzen Situation halten soll. Ich wusste nur, dass ich nicht zufrieden bin – nicht mit der Form oder Aussehen, sondern alleine mit der Größe. Da muss was getan werden. Mein Arzt hat mich im Glauben in die Op gehen lassen, dass ich mit einer Körbchengröße B/C aufwachen werde und ich hatte und habe jetzt immer noch Größe E.

Ich wollte wissen, wieso er nicht genug weggenomen hat. Ob er nur eigenhändig nach eigenem Kopf gehandelt hat oder einen medizinischen Grund hatte. Wenn ersteres, dann hat er völlig ignoriert, worum ich ihn mehrfach gebeten habe: Ich will nicht, dass die Größe zu mir passt, ich will kleine Brüste haben. Er hat mir damals sogar gesagt, er hätte es verstanden. Vor der Op hat er mir nicht gesagt, dass es nicht möglich wäre, so viel Gewebe wegzunehmen, ohne die Komplikationswahrscheinlichkeit zu erhöhen oder die Ästhetik zu gefährden. Mich interessiert nicht, was andere darüber denken, welche Brustgröße ihrer Meinung nach zu mir passt, keiner muss mit meinen Brüsten leben – ausser mir. Also habe ich erwartet, dass meine Wünsche erhört werden. Wurden sie nicht.

Was demnächst passieren wird, darüber werde ich ausführlich schreiben, wenn alles abgeklärt ist. Was ich jetzt notieren kann, ist:

  • Das Gespräch mit dem Arzt war freundlich, kooperativ, er hat bedauert, dass ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden bin, ich habe bedauert, dass er nicht genug weggenomen hat. Ich war eine halbe Stunde drin, wir konnten alles besprechen, ich wurde nicht gehetzt, ich konnte ausreden. Wie geht es jetzt weiter? Weil so können die Brsüte nicht bleiben.
  • Eine Kostenübernahme für die Folge-Op wird bei der KK beantragt, dafür schreibe ich einen Antrag und der Chirurg ein Attest. Im Attest steht, dass es medizinisch nicht möglich war, bei meiner extremen Ausgangslage so hohes Resektionsvolumen zu entfernen, dass wir auf Größe B gekommen wären, deswegen kann das beantragte und geehmigte Ziel nur durch eine zweite Op erreicht werden. 500 g Gewebe könnte noch pro Seite entfernt werden.
  • Ich habe mit der Sachbearbeiterin bei meiner Krankenkasse telefoniert, ihr die Situation geschildert. Sie meinte, dass es auf anderen Gebieten öfters vorkommt, dass das Ziel nur durch mehrere Eingriffe erreicht werden kann, sie denkt, bei mir würde es auch klar gehen – das Problem war hier nur, dass ich das im ersten Antrag nicht erwähnt habe (wie auch, ich wusste es selber nicht). Deswegen soll ich das Attest, ein Schreiben und ein Foto von der aktuellen Lage schicken, sie guckt alles durch, vergleicht meinen Fall mit ähnlichen Fällen und meldet sich. Zuletzt hat sie meine Akte eine Woche nach der Abgabe bekommen und sich sofort beim Lesen entschieden, mich angerufen und Bescheid gesagt. Diesmal kommt das Attest direkt vom Chirurgen, er braucht mindestens eine Woche, ich hoffe also auf eine Antwort Ende Juni – Anfang Juli 2013.

So weit sind wir jetzt, heute habe ich das Schreiben verschickt und warte nun auf die Antwort der Krankenkasse.

 

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