Die Zeit läuft im Schneckentempo, es sind noch 7 Wochen bis zu meiner zweiten Brustverkleinerung. Diesmal ist die Warterei ganz anders.. ich habe Zeit und kann mich vorbereiten. Beim letzten Mal habe ich den Op-Termin vorverlegen können, weil die Krankenkasse so schnell für eine Kostenübernahme entschieden hat. Plötzlich hatte ich nicht mehr 2,5 Monate, sondern nur noch 13 Tage bis zur Op und das war emotional sehr schwierig für mich. Ich war sehr aufgeregt und vor allem hatte ich Angst davor, dass die Brüste nicht genug verkleinert werden. Das ist auch so passiert. Lange wusste ich auch nicht, wie ich eine zweite Op hinkriegen soll, aber die Krankenkasse war auf meiner Seite. Ich habe mich um den zweiten Antrag rechtzeitig gekümmert und die zweite Op wurde dieses Jahr ebenfalls auf November gesetzt – 1 Jahr und 3 Tage nach der ersten Op. Ich kann nur ab Anfang November 2-3 Monate beim Tischtennis rauslassen. So bin ich bis zur Rückrunde wieder fit. In der Sommerpause könnte ich mich auch operieren lassen, aber die Erholung ist über den Winter praktischer als über den Sommer. Man schwitzt nicht so, was die Narbenheilung verschlechtern könnte und man kann den riesigen Kompressions-Bh gut unter den Winterklammotten verstecken.

Die Zeit läuft diesmal viel ruhiger, ich bin auch gelassener, obwohl ich diesmal doch noch Angst habe, dass die Brüste immer noch zu groß bleiben. Noch eine Chance werde ich wohl nicht haben. Ich werde mich aber vorbereiten und dem Arzt meine Vorstellungen deutlich machen. Diesmal starten wir auch nicht von einer Extremgröße und der Chirurg hat vielleicht auch keine Schwierigkeiten abzuschätzen, wieviel er wegnehmen kann und/oder soll. Es könnten mehr Risiken entstehen, was die Blut- und Nervversorgung der Brustwarzen angeht. Der Chirurg muss wissen, wie beim ersten Mal operiert wurde. Deswegen ist es vorteilhaft, wenn der selbe Chirurg am Op-Tisch steht. Die Empfindlichkeit meiner BW ist unterschiedlich. Rechts hatte ich ab dem zweiten Tag wieder Gefühl, diese BW benimmt sich so, wie sie soll, da tut auch nichts weh. Die linke BW fühlt auch etwas, aber ist nicht 100 prozentig. Es ist nicht so angenehm, tut etwas weh bei Berührung, aber sie reagiert genauso, wie die andere Seite. Inwiefern es sich nach der zweiten Op verändert, darauf bin ich schon gespannt. Ich erwarte nicht, dass es links besser wird, ich hoffe nur darauf, dass es sich nicht deutlich verschlechtert.

Soweit ich weiss, werden die alten Narben bei der zweiten Op mitentfernt, ich vermute mal, dass sie an den Seiten (vor allem an der hypertrophen Narbe) etwas länger werden. Ich habe mal meine längste Narbe in der Unterbrustfalte gemessen: 37 cm! Ziemlich lang! wollte ich noch in meinem Leben in der Öffentlichkeit Bikini anziehen, würde nur ein Bandeau-Bikini die Narben vollständig verstecken. Ich habe eins auch schon ausgesucht und bestellt (gerade deutlich runtergesetzt) ich werde mal dadrin vorher-nacher Fotos machen. Zur Zeit ist das Oberteil noch etwas knapp, wenn die Brüste kleiner werden, wird es aber passen. Für Zuhause und für Ungarn wird es nächsten Sommer perfekt sein.

Überhaupt wollte ich mehrere Vergleichsfotos machen, in unterschiedlichen Klammotten. Ich finde es nämlich nachhinein schade, dass ich es vor meiner Abnahme nicht gemacht habe. Fotos sprechen mehr Bänder als Worte.

Jede Woche werde ich schreiben, wie ich mich auf die zweite Op vorbereitet habe, was ich alles im Thema gelesen oder erlebt habe.

Was ich jetzt schon planen konnte, war die Nageldesignerin und mein Zyklus. Na ja, den Zyklus kann man nicht planen, aber den Op-Termin habe ich so ausgemacht, dass ich die Woche im Krankenhaus meine Tage möglichst nicht bekomme. Ich benutzte die App OvuView für meine Zyklusaufzeichnungen. Diese zeigt mir in einem Kalender auch die folgenden zu erwartenden Blutungen anhand der ausgerechneten Statistik an. Als ich den Termin ausgemacht habe, habe ich darauf geachtet, dass die Op an einem Montag durchgeführt wird, weil die ganzen 4-5 Tage, an denen ich im Krankenhaus bin, sind rund um die Uhr Ärzte und genügend Schwester anwesend. Zuletzt war es so, dass ich Donnerstag operiert wurde und erst Montag heim durfte. Am Wochenende war das Personal unterbesetzt. Es war für mich auch wichtig, dass ich nach der Op bis zu meinen Tagen noch etwas Zeit habe. Und was macht die Natur: Mein Eisprung (und damit auch die Blutung) kam zuletzt 4 Tage zu früh und wenn es im nächsten Zyklus auch so ist, werde ich meine Tage im KH bekkommen. :-/ Ich muss sagen, seitdem ich meinen Zyklus beobachte (seit 8 Jahren) und genau weiss, wann mein Eisprung ist (und somit ausrechnen kann, wann ich meine Tage bekomme), kam er nie nie nie so früh! Einmal kam er in den 8 Jahren am 14. Zyklustag, sonst um den 21. Tag herum. Seitdem ich abgenommen habe und so viel Sport mache, kommt der Eisprung im Durchschnitt am 17. Tag. Und jetzt wo ich eine Op plane, kommt der Mistkerl am 13. Zyklustag! 😀 Entweder kommt es vom abnehmen und Sport, oder ich komme hier mit 40 langsam in die Wechseljahre.

Die Nageldesignerin musste auch lange vorher geplant werden. Die Woche vor der Op gehe ich hin, danach habe ich bisschen Ruhe. Ich habe zuletzt mit ihr über Ops unterhaltet. Sie hatte zwei Nasen-Ops aus gesundheitlichen Gründen und hätte gerne eine Brustvergrößerung. So wie ich sie angeguckt habe, fand ich ihre Brüste größer, als was ich für mich persönlich vorgestellt habe.. hmmm.

Der Besuch meiner Eltern musste auch geplant werden. Es sieht so aus, dass sie eine Woche vor der Op kommen und zwei Wochen danach wieder heim fahren. Die erste Woche bin ich ja fit und wir können zusammen etwas unternehmen, bzw ich kann ihnen zeigen, wo die Kinder hingebracht und abgeholt werden müssen. Diese Aufgaben können sie dann für die nächsten zwei Wochen übernehmen. In der Woche vor der Op habe ich auch noch einen Tischtennis Wettkampf, wohin ich meinen Vater mitnehmen kann. Ich könnte mit ihm auch ins Verein zum Training, damit er auch selber mal mit guten Spielern trainieren kann. Das einzige Problem ist nur, dass meine Eltern kaum bis gar kein Deutsch sprechen und mein Mann kaum bis gar kein Ungarisch spricht. Während ich im KH bin, müssen sie zu Hause miteinander zurechkommen. Im besten Fall übersetzen meine Kinder hin und her 😉

Diese Woche habe ich angefangen, Ferro Sanol Duodenal einzunehmen. Mein Eisenwert ist ziemlich niedrig, deswegen nehme ich jetzt paar Monate lang abends eine Eisentablette pro Tag ein. 2 Monate vor der letzten Op habe ich es genauso angefangen und führte die Einnahme noch 3-4 Monate nach der Op weiter. Zuletzt wurde mein Hb-Wert im KH bestimmt, er lag irgendwo bei 8,5 (untere Grenze des Normwertes liegt bei 12). Diese Sorte macht mir keine Probleme, wie Magenschmerzen, weil die Kapsel erst im Darm aufgelöst wird.

Ich mache bis zur Op weiterhin Sport, ich versteife mich da aber nicht auf eine Abnahme. Es kommt, wie es kommen soll. Nach der Op werde ich noch für die restlichen 5 Kilos genug Zeit haben. Eigentlich bin ich zur Zeit auch schon sehr zufrieden, ausser dass ich bei den Hosen genau eine Zwischengröße habe. Daran will ich noch arbeiten, weil es unmöglich ist, dass ich keine passende Hosen für mich finde!

Beim nächsten Mal beschäftige ich mich mit der Narbenheilung, welche Massnahmen empfohlen werden, was ich diesbezüglich vorhabe. Und ich wollte mich noch gegen die Grippe impfen lassen.

 

 

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