Genau 2 Wochen vor der zweiten Brustverkleinerung hatte ich Vorgespräch mit dem plastischen Chirurgen (der selbe PC, wie beim ersten Mal) und bei einer Narkoseärztin.

Ich kam in die Praxis vom PC, nachdem ich im Krankenhaus schon in der Station Gynäkologie war. Ich hatte letztes Jahr dieses Gespräch mit einem Arzt in der Station geführt und ich war mir nicht sicher, wo ich diesmal hin muss. Nicht auf die Station… also ich lief rüber in ein anderes Gebäude in die Praxis vom PC. Ihn habe ich nicht gesehen, nur einen anderen Arzt. Da ich dieses Gespräch letztes Mal mit einem anderen Arzt hatte, nicht mit dem Operateur, wusste ich ebenfalls nicht, mit wem ich diesmal reden werde. Die Arzthelferin gab mir erstmal ein Formular, das ich ausfüllen musste (Aufklärungsbogen – ich habe ihn im vorherigen Beitrag gezeigt). Es ging um Vorerkrankungen, Allergien, vorherige Operationen. Nachdem ich ihn abgegeben habe, hat sie mich ins Labor zum Blutentnehmen mitgenommen. Gleich danach gab sie mir ein langes Wattestäbchen, womit ich eine Speichelprobe aus dem Mund und (mit dem selben Stäbchen) Probe aus der Nasenhöhle entnehmen musste. Dieses Stäbchen wird auf multiresistente Krankenhauskeime (MRSA) untersucht. Diese sind Staphylococcus aureus Bakterien, die sich im Körper ausbreiten und im schlimmsten Fall Tod verursachen können.

Damit ist schon die erste halbe Stunde vergangen. Ich musste nicht lange warten und wurde vom Chirurgen im Wartezimmer abgeholt. Auf dem Flur meinte er, er hätte mich kaum erkannt, meine Haare sind so hell geworden. Stimmt, ich habe nach unserem letzten Termin Stränchen machen lassen. Im Behandlungszimmer fragte er, ob ich mich dann wirklich für eine zweite Verkleinerung entschossen und schon einen Op-Termin bekommen hätte. Ja und ja, so ist es. Er hat erstmal den PC neu gestartet und in der Zwischenzeit hat er meine Papiere durchgeguckt und sortiert. Er fragte, wann ich zuletzt bei der Mammographie war. Zuletzt war ich ja 2 Monate vor der ersten Op. Er wollte diesmal auch sicher gehen und wollte eine neue Untersuchung. Er hat für mich eine Überweisung mit der Telefonnummer der Mammo-Praxis ausgedruckt, ich soll dort für irgendwann in den nächsten zwei Wochen einen Termin vereinbaren – je früher, umso besser. Hmmmm… die Zeit ist knapp! Habe ich die Ergebnisse, soll ich es ihm mailen und er schreibt mir zurück, ob es ok für die Op ist.

Ich habe danach das Monatage-Foto ausgekrammt, das ich zu Hause vorbereitet habe und habe es ihm vorgelegt. Diese hier ist meine aktuelle Lage und diese Größe möchte ich haben – sagte ich ihm. Alle wurden im Internet als B angegeben. Er hat das Foto lange betrachtet und festgestellt, dass ich wirklich kleine Brüste haben möchte. Ich meinte zu ihm, dass er sie nicht klein genug machen kann. Daraufhin antwortete er, dass sie vielleicht zu flach werden könnten. Ich soll mich bitte oben ausziehen, dann guckt er mal genauer, aber er kriegt die Größe schon hin. Während ich mich ausgezogen habe, hat er die Kamera vorbereitet und machte erstmal paar Fotos. Dabei hat er gleich bemerkt, dass die rechte Brust größer ist. Ich sagte, dass es vor der ersten Op auch schon so war und an der Seite hat er mehr weggenommen. Danach hat er Hüfte, Taille und Brust mit einem Massband gemessen. Hehe, mein Brustumfang soll bei ihm 115 cm gewesen sein (ist nur 105 cm). Ich kann mich noch gut erinnern, dass er vor der ersten Verkleinerung 118 cm gemessen hat. 😉 Naja, egal, soll nur nachher kleiner werden. Er notierte alles im Computer und druckte es aus.

Vorgespraech-PC

 

Was hier noch interessant ist, dass die rechte Brustwarze ein Tick tiefer liegt (MCA 23,5 cm) und dass die rechte Seite mindestens 100 ccm größer ist, hier also mehr entfernt werden muss. Die BWs sollen kaum mehr höher, nicht dass sie noch aus dem BH rausgucken. Wir haben noch besprochen, wo er was wegschneiden wird. Ich habe erwähnt, dass die Brüste sehr runtergesackt sind und ich unter den Brustwarzen einen kürzeren i-Schnitt bevorzugen würde, so würden die BWs auch eher nach vorne gucken und nicht nach oben, wie jetzt. Daraufhin hat er mir gezeigt, dass unten ein Hautstreifen wegfallen wird und so wird das untere Teil auch kleiner.

Ich habe ihn auf die seitlichen hypertrophen Narben angesprochen. Er meinte, das sieht er häufig, die Narben sind an den Seiten breiter, dort wirken andere Kräfte, es gibt mehr Spannung. Ich erwähnte ihm die Scar-Fx Silikonpflaster für die Narbenpflege – ich habe bei der TKK erfragt, ob sie diese bezahlen, weil die Pflaster sehr teuer für mich sind. Die TKK meinte, wenn der PC sie mir verschreibt, übernehmen sie die Kosten, da diese Pflaster bei ihnen unter Verbandszeug fällt. Mein Chirurg sagte, er verschreibt sie mir, ich soll nur genau notieren, was ich brauche. Nicht nur Pflaster, auch Silikongels. Er wird die Narben eh rauschneiden und so fange ich neu an.

Nachdem ich mich angezogen habe, fragte ich ihn noch, was er schätzen würde, wieviel Gewebe entfernt werden könnte. Nur als Vergleich – im Sommer beim Antragschreiben sagte er noch 400 g, im Antrag haben wir 500 g angegeben. Jetzt wo er die Fotos über meine Vorstellungen gesehen hatte, meinte er rechts etwa 700 g und links 600 g. Ich war richtig erleichtert, als ich diese Antwort gehört habe! Ich hatte nämlich im Sommer schon die Befürchtung, dass er eventuell wieder zu wenig wegnehmen würde und die Brüste immer noch nicht so klein werden würden, wie ich sie gerne hätte. Bei der ersten Verkleinerung wurden 1130 und 1330 g entfernt und ich ging 6 Körbchengrößen runter. Das heisst, dass eine Körbchengröße (bei UBU 85 cm) etwa 200 g bedeutete. Von E auf B = minus 600 g würde genau passen! Die rechte Brust war also mindestens 300 g – also 1,5 Körbchengrößen größer, als die linke Brust.

Wir haben noch besprochen, dass ich am Op-Tag erst ins KH komme, nicht am Vorabend, wie zuletzt. Ich soll zuerst zu ihm zum Anzeichnen kommen – um 7:10 Uhr – danach zur Station zum Anmelden gehen. Etwa 8:50 Uhr fägt die Op an und sie wird geplant 2,5 Stunden dauern. Er hat noch meine Akte zusammengelegt, mit der ich noch zur Narkosebesprechung gehen sollte. Die Arzthelferin hat dort angerufen und da alle Narkoseärzte in der Op waren, sollte ich vor dem Op-Bereich auf einen Arzt warten, der mich abholen wird, wenn er aus der Op kommt. Danach soll ich meine Akte in der Station Gyn abgeben. Ich bin also ins andere Gebäude gelaufen und habe vor dem Op-Saal gewartet. In der Zwischenzeit habe ich telefonisch glücklicherweise die Mammo-Praxis erreicht und erfahren, dass sie in den nächsten zwei Wochen keinen Termin frei haben. Na toll, wo soll ich dann die Untersuchung machen lassen? Ich soll bitte meinen Arzt fragen. Ein Glück, dass ich noch hier bin, ich kann nachher nochmal zurück in die Praxis laufen und fragen. Seit einer Stunde war ich schon im Krankenhaus.

Auf die Narkoseärztin habe ich eine halbe Stunde gewartet, in dieser Zeit habe ich ein E-Book auf dem Handy gelesen. Als sie mich abgeholt hatte, sind wir in den Op-Vorraum gegangen, wo ich bei der ersten Op vom Bett auf die Op-Liege umgelagert wurde. Von hier ging es in einen Nebenraum mit zwei Stühlen, aber ohne Tisch. Da an dem Montag zu wenige Narkoseärzte im KH Dienst hatten, musste diese Notlösung her. Zuletzt hatte ich diese Besprechung in einem richtigen Büro mit Computer. Lange haben wir nicht geredet, wir haben durchgenommen, was nötig war und ich habe noch die letzte Op erwähnt, dass ich damals die Narkose sehr gut vertragen habe. Ich durfte bald mit meiner Akte zur Station Gyn zurückkehren, die gleich nebenan war. Hier wartete ich kurz auf eine Schwester, die meine Papiere durchgeguckt hat, ob ich alles ausgefüllt und unterschieben habe. Ich habe sie gefragt, ob ich wirklich nicht zum EKG muss, wie vor einem Jahr. Sie meinte, wenn die Narkoseärztin nicht danach verlangt hat, dann nicht. Ich habe noch zwei Papiere zum Ausfüllen bekommen, auf einem Blatt ging es um die Verpflegung, was ich gerne essen möchte, auf dem anderen Blatt um meine Kontakt- und Versicherungsdaten.

Von der Station bin ich wieder ins andere Gebäude in die Praxis vom Chirurgen gelaufen, um nachzufragen, wo ich die Mammographie machen lassen soll. Die Arzthelferin zwinkerte mir zu, wie, sie haben keinen freien Termin mehr? Na warten Sie, ich rufe sie selber an. Hat sie auch gemacht und es gab tatsächlich keine freie Termine mehr. 😉 Da ich im Gebäude an der Röntgen-Abteilung vorbeigelaufen bin, wo auch Mammo ausgeschildert war, habe ich mal gefragt, wieso die Untersuchung nicht im Haus gemacht werden kann. Sie meinte, sie haben dann Probleme mit der Abrechnung, sie kriegen es nicht bezahlt. Hähhh? Was für eine blöde Sache ist das denn?! Sie schicken mich in eine andere Stadt in eine Praxis und sie hätten im selben KH die Möglichkeit für die Untersuchung?! Ich soll mal warten, bis der Arzt rauskommt und ihn fragen. Ich habe mich kaum hingesetzt, kam die letzte Patientin raus und ich ging nochmal zum Chirurgen rein. Er meinte, dann müssen wir es doch im Haus machen lassen, er meldet mich online an, ich soll hin, um einen Termin zu vereinbaren. Wenn ich die Untersuchung hinter mir habe, soll ich ihm eine Email schreiben, er guckt die digitalen Aufnahmen an und schreibt mir seine Auswertung, ob die Op stattfinden kann. Die Terminvereinbarung hat freundlicherweise die Arzthelferin telefonisch erledigt, noch diese Woche habe ich also die Mammographie – die erste nach der Brustverkleinerung. Und dementsprechend bin ich sehr gespannt, welche Gefühle oder Wehwechen ich dabei in den Brüsten haben werde. Ich kann mir momentan nur schwer vorstellen, dass diese Brüste genauso gequetscht werden können, wie die alten schlabberigen. Ein A-Körbchen wird aber auch irgendwie untersucht, genauso wie Brüste mit Silikonimplantaten. Irgendwie wird es schon gehen, oder? (Darüber werde ich zu seiner Zeit natürlich auch berichten.)

Soooo… und nach genau 2 Stunden war ich fertig und durfte die Kinder bei Omi abholen und heimfahren. 🙂

Am nächsten Tag hatte ich wieder eine Eiseninfusion – in die selbe Vene wurde gestochen, wie bei der Blutentnahme. 😉 Diesmal war ich nach 20 Minuten fertig. Wieder lief alles ohne Probleme. Zum Tischtennis-Training hatte ich überraschenderweise überhaupt keine Lust – dies hat mich auch gewundert, aber mein Kopf ist jetzt schon mit der Op voll und ich muss im Haus noch vieles vorbereiten und räumen. Meine Eltern kommen in 4 Tagen.

 

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