Ich habe mal in die Google suche Mammographie nach Brustverkleinerung eingegeben. Auf einer Seite stand folgendes da:

Etwa 1 Jahr nach der Operation sollte eine Mammographie erfolgen, so dass zukünftige Vorsorgeuntersuchungen der Brust adäquat beurteilt werden können. Aus diesem Grund sollte idealerweise auch kurz vor dem Eingriff eine solche erfolgen.

Und auf einer anderen Homepage stand auch genauer, wieso eine erneute Untersuchung Sinn macht:

Vor der geplanten Busenverkleinerung sollten sich Frauen, die das 35.- 40. Lebensjahr überschritten haben einer Mammographie unterziehen, um bei verdächtigen Befunden entsprechend reagieren zu können. Auch 12 Monate nach der Brustverkleinerung ist eine Mammographie anzuraten, damit der Radiologe den Ausgangsbefund kennt und spätere Veränderungen besser vergleichen und einordnen kann. Nach dieser Operation kommt es weder zu einer Erhöhung, noch zu einer Verminderung des Auftretens von Brustkrebs. Eine Krebsvorsorge ist selbstverständlich auch nach der Brustverkleinerung notwendig.

Mir hat es niemand gesagt, man kann aber nachvollziehen, dass es wichtig ist, zu wissen, wie die Brust von innen nach einer Verkleinerung aussieht, damit man später einen Vergleich hat. Es ist bei mir jetzt ein Zufall, dass ich genau nach einem Jahr wieder eine Mammographie bekommen habe – es wird jetzt allerdings für die Zukunft nichts nützen, da sich in 10 Tagen wieder alles verändern wird. 😉 Aber gut, ich werde es in einem Jahr noch wissen und meine Frauenärztin darauf zu seiner Zeit ansprechen.

Früher oder später kommt jede Verkleinerte in diese Situation: Sie braucht eine mammographische Untersuchung und hat vielleicht bedenken, ob es schmerzhafter abläuft, als vor der Verkleinerung. Kann man die kleinere und festere Brust so sehr zusammenquetschen, zieht es nicht zu sehr an der Narbe, könnte da sogar etwas reißen? Und was sagen die Ergebnisse? Stören die Narben zu sehr? Kann man eine genauso sichere Aussage machen, wie vor der Verkleinerung?

Ich habe im Internet bei meiner Suche nur Treffer auf chirurgischen Seiten gefunden, aber keine Erfahrungsberichte von betroffenen Verkleinerten. Deswegen sollen meine Erfahrungen diese Lücke füllen:

Ich hatte meinen Termin um 11 Uhr, kam 10 Minuten früher und wurde eingerufen nach 20 Minuten Wartezeit. Die Röntgenassistentin hat sich für die Wartezeit entschuldigt. Ich habe mich ausgezogen und wir konnten anfangen. Doch davor habe ich noch kurz erzählt, dass ich vor einem Jahr eine Brustverkleinerung hatte und ich nicht weiss, wie es sich jetzt anfühlen würde. Wir haben uns daran geeinigt, dass ich ich melde, wenn etwas nicht gehen würde, es ist aber für eine auswertbare Aufnahme äusserst wichtig, einen bestimmten Druck auf die Brust auszuüben, sie also ganz flach zu machen. Insgesamt wurden 4 Aufnahmen gemacht, zuerst eine Seite von oben-unten gequetscht, dann von recht-links gequetscht, dann kam die andere Brust ran. Nach der ersten Aufnahme hatten wir eine kurze Pause, die Assistentin hat überprüft, ob die Aufnahme auswertbar ist. Das war sie, wir haben also genauso weitergemacht.

Dabei wurde ich in einer bestimmten Reihenfolge hin und her gedrückt, gezogen und geschoben, nicht nur die Brust, auch die Hüfte, Bauch, Schulter, Arm und andere Körperteile, die ich schon vergessen habe. Dass die Brust zusammengedrückt war, hat eigentlich gar nicht weh getan. Es hat die Stelle weh getan, wo die Plastikplatte an meinem Brustkorb die Haut gestreift hat, dort wurde ich auch ganz rot und es brennt immer noch (es ist schon abend). Die andere Stelle, die weh getan hat, war die rechte Seite von der Halswirbelsäule bis zur Schulter. In dieser Schulter habe ich einen Sehnenriss und ich habe auch irgendwelche Veränderungen an den Hals- und Brustwirbeln, die mir im Arm runterstrahlen. Meine Schulterschmerzen sind seit einigen Tagen schon schlimmer, ich denke mal, ich kann es dem ungewöhnlich warmen Wetter verdanken, oder wer weiss, was ich angestellt habe. Auf jeden Fall taten mir die 20-30 Sekunden, in denen ich still die Position halten musste, sehr weh. Aber wie gesagt, nicht die Brust selber. Die Narben haben auch nicht rebelliert, die Untersuchung lief genauso ab und fühlte sich genauso an, wie vor der Brustverkleinerung. Ich hatte in meinem bisherigen Leben (40 J) schon 4-5 mammographische Untersuchungen, verbunden mit Ultraschall, so hatte ich Vergleichswerte. So schlimm ist es auch wieder nicht. Wovor man eher Angst hat, sind die Ergebnisse – ob etwas gefunden wird, was nicht hingehört.

mammographie

Nachdem wir fertig waren, hat die Assistentin alle Aufnahmen angeguckt und für gut gefunden, so durfte ich mich anziehen. Wir haben uns noch ein wenig unterhalten. Ich habe meine Geschichte erzählt und sie das, ob kleine oder große Brüste besser bei einer Mammographie zu behandeln sind. Sie meinte, sie kann die größeren besser handhaben, es gibt aber Kolleginnen von ihr, die mit kleineren Brüsten klar kamen. Man kann also nicht verallgemeinern 😉 Die digitalen Aufnahmen kopierte sie in den Ordner meines Chirurgen und ich durfte gehen. Ich habe den Arzt noch kurz angemailt, dass ich fertig bin und habe ihn gebeten, mir die Fotos zusammen mit seiner Beurteilung zu schicken. Letztes Jahr in der anderen Praxis habe ich eine CD mit den Aufnahmen bekommen, diesmal war es nicht der Fall.

Zwei der alten Aufnahmen sahen so aus (Foto), rechts-links gequetscht. Fettgewebe ist dunkel, Drüsengewebe streut die Strahlung und ist hell. In der linken Brust hatte ich zwei Zysten, eine wurde bei der Op entfernt. Der Assistentin habe ich erzählt, was man hier auch sieht: Die größere rechte Brust hat damals nicht auf die Platte gepasst, zwei Aufnahmen mussten gemacht werden:

Viel Drüsengewebe

Parenchymmuster ACR 3-4 (bis zu 75% Drüsengewebe)

Die Brust wird in 4 Kategorien eingeteilt: ACR 1 bis 4. Brüste in ACR 1 enthalten hauptsächlich Fettgewebe und sind gut untersuchbar. Brüste in ACR 4 enthalten bis zu 75% Drüsengewebe, sind sehr dicht und streuen sowohl die Röntgen-, als auch die Ultraschallen. Sie sind sehr schlecht zu untersuchen. Auf diesen Seiten gibt es ein Foto zu jeder Kategorie: 1, 2, 3. Meine Brüste wurden vor der Op in ACR 3/4 eingeteilt.

Wie erwähnt, auf Deutsch habe ich gar keine Erfahrungsberichte im Thema gefunden, deswegen habe ich auf Englisch gegoogelt, wie eine Mammo-Aufnahme nach einer Brustverkleinerung aussehen könnte. Ich wurde fündig! Hier hat eine Patientin die Ärzte gefragt, ob es üblich ist, dass nach einer BV Veränderungen auf der Mammo-Aufnahme zu sehen sind. Die Antwort war, dass es oft der Fall ist, Fettgewebe könnte abgestorben sein, was zu Calciumablagerungen führen kann oder die Narben stören und der Radiologe kann nicht entscheiden, ob die Veränderungen wegen der Op da sind oder auf eine Erkrankung hinweisen. Deswegen ist eine Mammo nach der BV wichtig für die nächsten Mammo-Untersuchungen.

Wie meine Aufnahmen beurteilt wurden

2 Tage nach der Mammo hat mein Chirurg geantwortet, dass mit der Aufnahme alles bestens ist, wir sehen uns beim Anzeichnen. Die Aufnahmen habe ich mir brennen lassen und so kann ich sie vergleichen. Was soll ich sagen – ich weiss gar nicht, wieso es mich so überrascht: Natürlich sind die Brüste immer noch voll mit Drüsengewebe. Ob sie so bei der Krebsvorsorge besser abschneiden würden? Das bezweifele ich. Vielleicht wenn sie demnächst wirklich kleiner ausfallen und es nicht so viel Steuung gibt.

Vor der Verkleinerung und 1 Jahr danach.

Vor der Verkleinerung und 1 Jahr danach.

 

 

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