Nachtrag zum ersten Tag post Op

Ich habe es nicht erwähnt, aber jeden Abend bekomme ich eine unangenehm brennende Thrombosespritze in den Oberschenkel. Und morgens wird Blutdruck, Temperatur und Puls gemessen. Mein Kreislauf hat sich diesmal sehr schnell stabilisiert, gestern früh war es mir noch schwindelig, mittags nicht mehr. Mein niedrigster Blutdruck lag bei 100/50 und ich hatte nie erhöhte Temperatur. Nach der ersten Op war ich öfters über 37 Grad, jetzt nicht. Vielleicht geht es mir diesmal schneller besser, weil nicht so viel Gewebe entnommen wurde oder ich war fitter oder die Eiseninfusionen konnten auch geholfen sein.

Gestern Abend habe ich mich von unten abgeduscht, es ging sehr gut, nur der Zugang auf dem rechten Handrücken hat gestört. Da er aber nicht mehr gebraucht wird, wurde er heute früh gleich entfernt und ich konnte meine Haare waschen. Zuletzt habe ich sie auch 2 Tage post Op gewaschen, da war es mir aber noch schwindelig. Diesmal geht alles ein bisschen leichter. Auch der Stuhlgang, wonach die Schwestern immer fragen. Die Hämorrhoiden sind irgendwie ganz weg und die waren meine größte Sorge, nachdem ich mich vor der Op noch rechtzeitig von der Darminfektion zu Hause erholt habe. Die Haare habe ich so gewaschen, dass ich mich nach vorne gebeugt habe und nur den Kopf nass gemacht habe. Mit einem Waschlappen habe ich mich auch oben sauber gemacht.

Die Schwester hat heute früh um 7 Uhr überprüft, wieviel Flüssigkeit durch die Drainagen gelaufen ist. Von der Menge hängt es ab, wann ich nach Hause darf. Läuft weniger als 20 ml am Tag nach, dürfen die Drainagen gezogen werden. Heute hat sie links 40 ml (insgesamt 60 ml), rechts 30 ml (insgesamt 180 ml) notiert. Sie hat noch meine alte BH Größe aufgeschrieben (85E) und heute mittag kommt jemand vom Sanitätshaus und bringt meine KompressionsBHs mit.

In der Nacht hatte ich im oberen Rücken schon Rückenschmerzen, als wäre mein Bett viel zu hart. Ich schlafe sonst nie auf dem Rücken. Ich muss zwischendurch aufstehen, draußen auf dem Flur eine Runde drehen, danach geht es vielleicht wieder. Letzte Nacht musste ich gegen 2 Uhr aufs Klo und als ich zurück war, fand ich meine verwirrte 75 jährige Zimmergenossin auf. Sie hatte ihren Wecker falsch rum auf dem Kopf und dachte, es wäre schon halb 8 und wollte aufstehen. Sie hat das Licht angemacht, dabei alle möglichen Knöpfe gedrückt, so dass auch die Nachtschwester alarmiert war und kam. Wir haben ihr beide erklärt, dass sie noch ruhig weiterschlafen kann. Ich war aber damit geweckt und habe noch im Dunkeln eine Serie geguckt. 😉

Und heute früh hatte ich auch bisschen Kopfschmerzen. Wahrscheinlich noch von der Narkose, ich muss mehr Wasser trinken. Der Kaffee ist mir hier viel zu stark und es gibt leider keine Milch dazu, nur mini Kaffeesahne.

Heiße Schokolade aus dem Automaten – 1,50 Euro

Die Ärztin hat meine Wunde um halb 9 angeguckt. Sie ließ die Pflaster heute noch drauf. Die Schläuche bleiben noch drin, es sieht aber ganz gut aus, es könnte klappen, dass ich Freitag nach Hause darf. Als sie ins Zimmer kam und meine nassen Haare gesehen hat, hat sie verwundert gefragt, Haben Sie geduscht? Als ich erzählt habe, dass ich nur die Haare gewaschen habe, war sie beruhigt. In meinem Zustand dürfte ich noch nicht duschen. Kurz darauf kam eine andere Schwester rein, blieb plötzlich an der Tür stehen, hat mich ebenfalls erstaunt angeguckt und gefragt, ob ich geduscht hätte. Da musste ich echt schon lachen 😀

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Ich habe noch vor der Op behauptet, meinen Eisprung gehabt zu haben, es war aber nur ein Anlauf. Jetzt habe ich eindeutige Hinweise darauf, dass ich ihn noch im Krankenhaus haben werde. Das ist schön, so habe ich mehr Zeit für die Erholung vor der ersten Periode.

Heute habe ich nichts zu tun, es geht mir gut, vielleicht kommen meine Kinder zu Besuch, vielleicht aber auch nicht. Ich habe bis jetzt Filme und Serien geguckt: Vampire Diaries, The Originals, Being Human – jaaa, irgendwie jetzt alles mit Vampiren und Blutvergießen 😉 Von den Hörbüchern hatte ich noch keine angehört, da ich mit dem Stillkissen das Handy gut platzieren kann, muss es nicht halten und kann gut Filme gucken.

Mittagessen wird immer um 12 und Abendessen um 17 Uhr serviert – für mich viel zu früh. Ich habe erstmal die geerbten Zeitschriften durchgelesen, danach wollte ich mit dem Essen anfangen. Ich habe vegetarische Kost bestellt, bin zwar keine Vegetarierin. Gestern hatte ich Grießbrei mit Beerenkompott und Zimt-Zucker, was sehr lecker war. Heute stand etwas weniger süßes und erfreuliches auf dem Teller. Na ja, einmal kann man es essen.

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Was dafür toll war, dass die Frau aus dem Sanitätshaus gekommen ist. Erstmal wollte sie nur messen (UBU 88 cm mit den Schläuchen zusammen), wir haben besprochen, dass sie mir sowohl 85 als auch 90 B/C von Anita bringt und wir probieren. Ich habe ihr erzählt, dass ich zuletzt 90-er bekommen habe und der war mir nicht eng genug. Als sie zurückkam, habe ich zuerst 85 in Schwarz anprobiert und er saß, konnte auch gleich bleiben. Sie ließ mir noch einen BH in Weiß da. Zuletzt hat die Krankenkasse auch zwei Stück bezahlt, mein Eigenanteil war 20 Euro. Die Rechnung bekomme ich nach Hause. Diesmal habe ich dazu allerdings keinen Stuttgarter Gurt bekommen. Die Frau meinte, stimmt, sie hatten einige Fälle, wo der Arzt bei Verkleinerten den Stutti angeordnet hat und sie sich gewundert haben, wieso. Den kriegen eigentlich nur Vergrößerte, damit das Implantat nicht hochrutscht. Gut, ich brauche ihn also nicht und wenn doch, habe ich ja noch die zwei zu Hause.

 

Den BH anzuziehen war nicht so schlimm. Der ist aber wirklich viel enger, als damals der 90-er war und wie ich sehe, gucken an den Seiten die Narben raus. Ich muss ihn in aller Ruhe noch richtig einstellen. Diesmal tut die Stelle nicht so weh, wo die Schläuche rauskommen, aber insgesamt kriege ich nicht so viel Luft. Da die Brüste noch angeschwollen sind und ich wirklich Kompression für die Narbenheilung brauche, wird es genau passen – hoffe ich mal.

Heute soll nichts mehr großartig passieren. Mein Mann kommt nach der Arbeit zu mir, dann bin ich morgen früh gespannt, wieviel Flüssigkeit ich verliere und ob die Drainagen gezogen werden können.

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