Es ging heute früh alles ganz schnell, ich habe mich kaum umgeguckt, war ich schon entlassen. Vor der Visite hat die Schwester den Flüssigkeitsstand in den Flaschen abgelesen und gesagt, dass links 20 ml und rechts nichts nachgelaufen ist! Insgesamt waren links 120 ml und rechts 210 ml Wundsekret in den Flaschen. Was natürlich nicht alles gleichzeitig in den Brüsten war, sondern nach und nach ausgesondert wurde. Unter 20 ml können die Drainagen gezogen werden und man kann heim. Ich wundere mich immer wieder, wie Patientinnen aus Privatkliniken schon am nächsten Tag nach Hause geschickt werden können?

120 ml und 210 ml sind schon ein großer Unterschied und beim Ziehen der Drainage stellte sich auch heraus, wieso. Die Ärztin hat zuerst die Fäden durchgetrennt, dann musste ich tief Luft holen und zur selben Zeit zog sie den Schlauch heraus. Sie sagte gleich zu der Schwester neben ihr Ups, schnell Druckverband! Da spürte ich schon, dass mir was an der Seite runterläuft. Es war ein Schwall von Wundsekret, der mit dem Schlauch zusammen rausschoss. Die Ärztin meinte, der Schlauch musste verstopft sein und die Flüssigkeit konnte nicht abfließen. Sie hat noch bisschen auf die Brust gedrückt, da lief nochmal und nochmal was nach, danach wurde das Loch abgeklebt. Beim Ziehen habe ich schon was gespürt, aber an der anderen Seite war es danach noch deutlicher. Der Schlauch steckte ziemlich tief drin, von der Seite unten bis unter der Brustwarze auf der anderen Seite, bestimmt 8–10 cm. Es war ein Gefühl, als würde etwas unter den Klamotten auf der Haut krabbeln, nur eine Etage tiefer. Weh hat es dort nicht getan, am Loch selber war es eher unangenehm. Ich weiss, dass ich nach der ersten Brustverkleinerung die Schläuche unter der Haut nicht gespürt habe. Ich weiss nicht, wie üblich es ist, sie so weit reinzuschieben.

Ich soll das Pflaster morgen selber entfernen und die Steristrips von den Wunden. Ähm, na klar! Es wäre besser für die Nähte, wenn sie nicht im Wundsekret aufweichen. Hmmm…  zuletzt musste ich es nicht machen, beim Fädenziehen wurde es entfernt, 9 Tage post Op. Na mal schauen, ich frage nochmal im Forum nach.

Die Ärztin hat noch gesagt, dass sie bei der Op dabei war und sie findet dieses Ergebnis viel schöner, als das vorherige. Sie fragte mich, ob ich zufrieden damit bin. Das konnte ich nur bejahen 🙂 Sie las mir noch aus dem Op Bericht vor, dass links 415 und rechts 617 gramm entfernt wurden und die histologischen Ergebnisse negativ waren. Ich habe noch das Rezept für die Silikonpflaster und das Gel, den Entlassungsbrief, den Op Bericht und den histologischen Befund bekommen und damit wurde ich entlassen. Termin fürs Fädenziehen habe ich für 10 Tage post Op bekommen und den Termin für 6 Wochen post Op soll ich später vereinbaren.

Bis dahin habe ich schon fast alles gepackt, habe meine Eltern angerufen, die mich bald darauf abgeholt haben. Meine Mutter hat Pralinen mitgebracht, die ich im Schwesterzimmer als Dankeschön abgegeben habe.

Meine Kinder waren noch nicht Zuhause, zuerst kam meine Grosse (7), sie wagte sich kaum sich an mich zu kuscheln und brauchte ein bisschen Zeit. Mein Kleiner (4) stürmte dagegen rein und hat mich laut begrüßt, er hat mich sehr vermisst und hat oft gesagt, dass es so schön ist, dass ich wieder daheim bin und zu Hause schlafe. Sie haben mich im Krankenhaus nicht besucht, meine Tochter hatte Angst wegen der Zimmergenossin beim letzten mal, die nur ein Bein hatte. Ich habe ihnen aber 2 Fotos von mir geschickt, die haben gesehen, dass es mir gut geht und sie waren durch meine Eltern gut abgelenkt. Es hat gut funktioniert.

Dies alles passierte 4 Tage nach der Brustverkleinerung.

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