Ich weiss, dass es hierzulande nicht besonders üblich ist, als Mensch Innereien zu essen (außer mal Leber). In Ungarn ist es anders, wir essen nicht nur in Fleischsuppe gekochte Hühnerfüße oder den Hühnerkopf (Hirn als Delikatesse), sondern auch Hühnerherzen und Hühnermägen. Gestern habe ich im Laden beide bekommen und heute zubereitet.

Hühnerherzen als Pörkölt (hier nennt man es Gulasch) mit Nudeln

Zum Pörkölt braucht man 2 klein geschnittene Zwiebeln, die man auf etwas Öl anbrät. Darauf streut man Paprikapulver und gibt sofort die Hühnerherzen dazu. Da muss man aufpassen, dass das Paprika nicht anbrennt, sonst wird es bitter und man kann von vorne anfangen. Das Fleisch brät man einige Minuten, bis es anfängt weiß zu werden. Danach kann man es mit Wasser aufgießen und eine halbe Stunde köcheln lassen. Gewürze: Salz, Pfeffer, Knoblauchpulver, Kümmelpulver (Paprikapulver ist schon drin). Am besten schmecken dazu Nudeln. Das Pörkölt an sich macht eigentlich nicht dick, die Herzen haben kaum Fett, nur etwas Öl ist darunter, das ist aber nicht so viel. Die Nudeln haben es in sich, für mich momentan Tabu, aber der Familie wird es schmecken.

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Wenn man sehr viel Zeit und Geduld hat, kann man die Herzen auch panieren und anbraten, genau wie die Hühnermägen. Letztere schmecken so außerordentlich gut. Sie brauchen etwas länger, als die Herzen, weil sie Sehnen enthalten und die Muskelfasern sind auch fester. Kauen muss man sie trotzdem noch, aber genau das ist das besondere, dass man merkt, dass man etwas isst. 😉 Diesmal wollte ich nicht so viel paniertes Zeug machen und habe die Hühnermägen auf wenig Öl mit Rosmarin angebraten und dazu einen ganz einfachen Gemüsesalat geschnibbelt. Diesen habe ich nur mit etwas Salz gewürzt. Die Mägen schmecken mit Salz und Pfeffer. Vor dem Anbraten muss man sie in wenig Gemüsebrühe unter Deckel dünsten und wenn das Wasser verdampft ist, scharf anbraten.

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Die Hühnermägen enthalten mehr Proteine und Fette, als Hähnchenbrust, dafür aber keine Kohlenhydrate. So eignen sie sich auch für eine low-carb Mahlzeit.

Mein Mann liebt zum Glück solche Sachen, nur in Vanillemilch gekochten Eiweißschaum fand er eklig – eines von meinen Lieblingsdesserts aus Ungarn. Schon den Namen kann er nicht hören: „madártej“ heißt „Vogelmilch“ 😀 Hier ist ein Link zum (ungarischen) Rezept mit Foto. Irgendwann werde ich es zubereiten und hier posten, vielleicht kriegt jemand Lust darauf 😉

Link zum deutschen Rezept von Vogelmilch

Wie ich jetzt nachgelesen habe, heisst dieses Dessert „Schnee-Eier“ und kommt ursprünglich aus Frankreich.

 

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