Ein freundliches Hallo an alle, die wie ich diese so interessante Homepage von Leonie verfolgen!

Ich möchte mich kurz vorstellen. Ich bin Ines, 51 Jahre alt, 1,60 m klein und wiege jetzt seit 5 Jahren 54 kg (vorher zwischen 48 bis 55 kg) und habe zwei erwachsene Söhne. Meine Statur würde ich als zierlich, aber sportlich (weil gut muskulös ausgebildet) bezeichnen.

Meine Brüste waren schon immer größer als das normale Maß, in der Schulzeit wurde ich deswegen viel gehänselt. Obwohl es damals  nur Gr. 75 C-D war. Ich hab es als gegeben hingenommen und hätte früher nie gedacht, welche Entwicklung dies im Verlauf meines Lebens nehmen wird.  Denn mit Beginn der Wechseljahre fingen meine Brüste an zu wachsen – ich hatte am Ende Gr. 75 F und wurde immer unglücklicher damit.

Außerdem stellten sich vor vier Jahren massive Rückenprobleme in der Lendenwirbelsäule ein, ich musste nach anderthalb Jahren starker Schmerzen trotz konservativer Behandlung dann doch operiert werden. Meine  Wirbelsäule hat mehrere Baustellen – u. a. als Schäden durch die ca. 2 kg Brust, die auf Dauer zur Fehlstatik mit Beschwerden (Schulter- Nackenbereich, LWS, BWS usw.) führten.

Als meine Wechseljahre nach Entfernung beider Ovarien vor zwei Jahren schlagartig vorbei waren, stellte sich mir die Frage, ob ich wirklich diese riesigen Brüste nun für den Rest meines Lebens mit mir herumschleppen muss.

Und ob ich die ganzen Einschränkungen und Schmerzen beim Sport beispielsweise so akzeptieren muss … Naja, diese Gedanken kennen alle Betroffenen sicher zur Genüge.

Also ging ich im Februar 2013 zum PC und ließ mir auf eigene Kosten ein Gutachten erstellen. Dann bat ich den mich behandelnden Orthopäden um ein entsprechendes Gutachten und schrieb Ende April 2013 mit diesen Unterlagen einen Antrag auf Kostenübernahme einer Mammareduktionsplatik an meine Krankenkasse (BKK mobil oil).

Dieser wurde umgehend abgelehnt, womit ich aber gerechnet hatte. Dagegen Widerspruch einzulegen, war für mich nur folgerichtig. Also recherchierte ich (und fand u.a. den Erstantrag auf Kostenübernahme, den Leonie hier veröffentlicht hatte) und schrieb insgesamt vier volle Seiten Begründung, warum ich diese OP bei mir für angezeigt halte und warum die KK die Kosten dafür tragen sollte.

Ca. vier Wochen später erhielt ich die Kostenübernahmeerklärung – und zwar für die OP durch genau den PC, der das Gutachten erstellt hat und unter Benennung der Klinik, in der das gemacht werden soll (weil der PC dort Belegbetten hat) ohne mich überhaupt beim Medizinischen Dienst vorstellen zu müssen.

Meine Freude war riesig, denn ich wußte, dass das ein toller Erfolg war …

Also nahm ich die Umsetzung in Angriff.

 

Mein Op-Termin war der 6. Dezember 2013.

Alter: 51 Jahre, BH-Größe vorher: 75 F

Körpergröße 1,60 m, 55 kg

 

Von mir angestrebte Größe: “so klein wie möglich”, wurde noch mal als Ziel definiert. Allerdings sagte der PC ja schon in der Vorbesprechung, dass ein B-C-Körbchen bei mir unrealistisch und nicht machbar ist (Begründung war die Breite des Brustansatzes, den man direkt unter den Achseln misst …)

Es wurden entnommen: rechte Seite 500 g Gewebe (Brust war größer als links), linke Seite nur 400 g, mein PC hat mit der Methode nach Robbins gearbeitet.

 

Ich war 4 Tage im Krankenhaus, am Vortag eingecheckt, 2 Tage post Op durfte ich heim.

Ich bekam einen Kompressions-BH Anita in 75 B/C.

 

Die Schilderung der Tage im Krankenhaus etwas ausführlicher:

 

Op-Tag

  • um 10.00 Uhr wurde ich mit meinem Bett in den OP-Bereich transportiert, dort erfolgte dann nach kurzer Wartezeit das Anzeichnen durch den PC, wir einigten uns nochmals über die Größe und dann kam auch schon die Anästhesistin und es ging auch schon los: kurzes Gespräch mit ihr, nebenbei wurde der Zugang gelegt, EKG angeschlossen und dann bekam ich schon die Lachgasmaske auf
  • um 13.30 Uhr wurde ich im Aufwachraum wach gemacht – und hatte ziemliche Schmerzen in der ganz straff bandagierten Brust aus der unten auf jeder Seite ein Schlauch mit dem daran hängenden Reddon heraus kam
  • ich versuchte zu schlafen, aber das war mir nicht möglich, aber ich war sehr froh, dass mir nicht schlecht war
  • nach einer Stunde ging es aufs Zimmer, wo ich merkte, dass mir auch total die Brustwirbelsäule weh tat vom langen auf dem Rücken liegen
  • ich bekam ein Kissen 80 x 80 cm, was ich mir noch unter legen konnte und es gab eine Antibiotika-Infusion und Ibu-Tabletten (400 mg )
  • obwohl ich so müde war, konnte ich nicht schlafen …
  • 17.30 Uhr kam das Abendessen und ich setzte mich dazu im Bett auf und hab mir auch zugetraut, dann zum Pipi machen zu gehen (langsam, aber es ging), bei der Gelegenheit sah ich mich das erste Mal im Spiegel und war froh über den Anblick, denn oben war quasi alles platt und ich war mir sicher, dass mir viel Last genommen wurde
  • die erste Nacht post OP war nicht schön, Brust und Rücken taten mir weh und meine Zimmernachbarin musste gefühlte 15 mal zum WC, sodass ich nicht viel Schlaf bekam
  • ich hab alle 4 Std. eine 400er Ibu-Tablette genommen und hatte trotzdem nie Schmerzfreiheit

 

1 Tag post Op

  • obwohl ich fürchterlich schlapp und müde war, hab ich das Bett öfter mal kurz verlassen und bin ein wenig im Zimmer herum gegangen, um den Rücken zu entspannen und dem Kreislauf auf die Sprünge zu helfen
  • mittags zum Zeitung Lesen saß ich sogar eine Weile am Tisch
  • um 13.00 Uhr kam mein PC zum Nachschauen, Schläuche entfernen und Verband wechseln und bei der Gelegenheit teilte er mir die Gewebe-Entnahmemengen mit und ich sah meine neue Brust das erste Mal und war sehr froh bei dem Anblick
  • die Brustwarzen hatten sich schon vor dem Check bemerkbar gemacht (ziepten etwas), also auch da alles soweit gut gegangen
  • auch an diesem Tag hatte ich durchgängig Schmerzen trotz Ibu Tabletten, da ich am Abend schon meine Tageshöchstdosis (2400 mg) davon weg hatte, gab mir eine Schwester (glaub ich aus Barmherzigkeit) eine Voltaren für die Nacht, wofür ich sehr dankbar war
  • apropo Nacht: die war wieder sehr unruhig, denn die Zimmernachbarin hat entweder ganz laut geschnarcht oder sie musste zum WC, also an Erholung und Schlaf war nicht wirklich zu denken

 

2 Tage post Op

  • morgens gegen 9.15 Uhr kam schon mein PC zur Kontrolle
  • er nahm den Verband ab und wechselte einige Klammerpflaster-Strips, und danach wurde mir der Kompressions-BH angezogen und der PC gab grünes Licht für die Entlassung,  nach dem Mittagessen hab ich mich dann abholen lassen, vom subjektiven Empfinden her wäre ich gerne noch zwei bis drei Tage im Krankenhaus geblieben, wenn mir das Schlafen möglich gewesen wäre!
  • Die Autofahrt war nicht sehr angenehm weil sich eben jede Unebenheit ziemlich bemerkbar machte
  • zur Entlassung gab es dann noch einen Streifen mit 10 Ibu 400 mg

Immer genau eine Woche nach OP musste ich zur Kontrolle und zum Pflaster Wechseln zum PC. Jedesmal war er zufrieden mit dem Heilungsverlauf.

Schmerztabletten hab ich ab Tag 5 Post OP keine mehr genommen – ich hatte Angst, dass ich sonst nicht rechtzeitig merke, wenn sich was unter den Pflastern entzünden sollte oder sonst was …

 

Die ersten drei Wochen hatte ich neben den üblichen Wundschmerzen durch die Narben und das Pieksen und Brennen in der Brust ziemliche Probleme mit den Schwellungen durch den Lymphstau, der dazu führte, dass nicht nur die Brüste geschwollen waren, sondern auch unterhalb der Rippenbögen und von den seitlichen Narben ausgehend nach hinten alles ziemlich weh tat. Ich habe deshalb über dem  Kompressions-BH noch ein ziemlich gut komprimierendes Hemd an, was ich auch jetzt noch trage. Ein Weglassen des Hemdes hatte ich vor zwei Tage mal für paar Stunden probiert – die Schwellungen nahmen deutlich zu (Lymphstau ?)  … also bin ich gerne bereit, es noch eine Weile zu tragen.

 

Ich habe die Brüste tagsüber öfter mal gekühlt, das hat immer wieder gut getan. In der vierten Woche post OP wurden zum Glück diese brennenden Schmerzen in den Brüsten beim Gehen usw. immer weniger und verschwanden fast ganz. Nur die BW sind irgendwie gereizt dann … aber das geht auszuhalten.

 

Genau vier Wochen Post OP hab ich wieder angefangen mit der Arbeit (Büro).

Außerdem kamen die letzten Pflaster ab und der PC sagte, jetzt geht es los mit der Narbenpflege. Morgens soll ich Keto-Cote Silikongel auftragen, und abends mit Bepanthen massieren.

Da die Narben alle noch Schorf drauf hatten, hab ich zunächst dreimal am Tag Bepanthen einmassiert. Keto-Cote brannte am Anfang noch, deshalb hab ich es erst mal weg gelassen und nun vor zwei Tagen damit angefangen.

 

Die Narben sind teilweise sehr knotig, besonders in der Unterbrustfalte von der Mitte ausgehend nach unten (weil dort nicht genug Kompression da war?) worüber ich sehr erschrocken war. Morgens sind die Narbenschwellungen aber doch deutlich geringer als sie sich abends anfühlen. Ich spüre an einigen Stellen ganz kurze Fadenenden, die herauspieksen. Sie stören ein wenig bei der Massage, aber sie werden schon weg gehen mit der Zeit. Frage mich nur, wie lange das dauern wird…

 

Zum Ergebnis insgesamt:

Meine Messungen haben ergeben, dass ich immernoch ca. 500 g Brustgewebe je Seite habe und so auf eine BH-Größe von 75 D (bis E) komme. UBU ist 77 cm, BU ist 97 cm und oberhalb der Brust direkt unter den Achseln quer gemessen habe ich 92 cm.

 

Insgesamt bin ich mit der neuen Brustform schon zufrieden, mit der Größe muss ich mich arrangieren. Das Gesamtbild passt aber, muss ich sagen. Vielleicht ist ja auch noch nicht alles ganz abgeschwollen, und die Berechnung mit den ca. 500 g pro Seite wird sich noch verifizieren. Naja, wir werden sehen.

 

Nun bin ich aber doch in vielen Fragen noch unsicher, wie ich mich richtig verhalten soll, weil die Erfahrungen einfach fehlen.

  •  Sport habe ich bisher nur für den Unterkörper gemacht, ansonsten viel spazieren gehen, an manchen Tagen zwei mal 3 km (zwei Einheiten). Nun frage ich mich, wann ich wieder mit dem Tanzen (Standard und Latein) anfangen kann. Wenn die Brüste nach dem Spazieren gehen nicht mehr weh tun? Wenn ich die Arme besser heben kann  ohne dass gleich die Narben ziehen?
  • Vielleicht sollte ich auch Folie auf die Narben kleben, beispielsweise tagsüber im Büro? Auch wenn die Arbeit nicht körperlich anstrengend ist, aber die Arme bewegt man immer – und das ziept eben mit der Zeit doch ganz schön.
  • Außerdem steht die BH-Frage an. Den Kompressions-BH möchte ich noch lange tragen (insgesamt vielleicht das erste Jahr lang). Insofern möchte ich gerne Wechselmodelle kaufen. Hat jemand Erfahrungen mit dem Kompressions-BH-Modell von La MichelleBei meiner BH-Suche bin ich auch auf den Z-Bra gestossen. Hat damit vielleicht jemand Erfahrungen gemacht?

 

Ich würde mich sehr über mögliche Antworten zu meinen Fragen freuen. Gleichzeitig bin ich auch gerne bereit, meine Erfahungen weiter zu geben.

Herzliche Grüße,
Ines
Advertisements