Ich möchte Dir heute ein Radio-Podcast von B5 aktuell Das Gesundheitsmagazin empfehlen. Es geht in der Sendung vom 26. Januar 2014 um den MDK. Für Frauen, die eine Brustverkleinerung planen und ihrer Krankenkasse einen Antrag für die Kostenübernahme einreichen, gibt es viele Informationen in diesem Podcast.

Eine kurze Zusammenfassung:

Der MDK überprüft 10% der Krankenkassenanträge, letztendlich entscheidet aber die Krankenkasse, ob der Antrag bewilligt wird oder nicht. In Zahlen ausgedrückt: Pro Jahr erstellen 260 MDK Ärzte über 350.000 Fälle nur bei MDK Bayern Gutachten. Es ist gesetzlich bestimmt, wann die Krankenkassen den MDK in die Entscheidung mit einbeziehen müssen (§ 275 des Sozialgesetzbuches). Laut einer MDK-Frauenärztin ist per se eine kleine oder große Brust keine Krankheit.. es KANN aber eine Krankheit sein, das wird nach Richtlinien beurteilt. Der seelische Leidensdruck soll jedoch nicht mit dem Skalpell therapiert werden – wenn zB die Patientin einfach mit ihrem Körper nicht zufrieden ist und deswegen die Op haben will. Der MDK stellt eine Empfehlung aus, die KK entscheidet aber trotzdem selber.

Kritik: Der MDK soll eine Alibistelle sein, der die Krankenkassen unterstützen soll. Formal und nach Gesetzeslage soll der MDK unabhängig sein, ist er aber nicht, da er nach Leistung von den Krankenkassen bezahlt wird und ein bestimmtes Budget zur Verfügung hat. Leute von der KK sitzen im Aufsichtsrat des MDKs und haben einen Einfluss auf die Geschäftsabläufe des MDKs. Die KK profitiert davon, wenn ein Gutachten negativ ausfällt. Die Gutachten bearbeiten in 90% der Fälle nur nach Aktenlage, also ohne den Patienten gesehen zu haben. Es kommt auch vor, dass der Patient nicht von einem Facharzt beurteilt wird, der für ihn verantwortlich gewesen wäre.

Bei einem Widerspruch soll die Beurteilung des MDKs bei der Krankenkasse angefordert und gecheckt werden, ob der MDK-Arzt auf dem Gebiet überhaupt qualifiziert war. Andererseits erfährt man so gegebenenfalls auch, wenn der MDK positiv entschieden hat, die KK aber den Antrag trotzdem abgelehnt hat. Nur so weiß man, wie man beim Widerspruch vorgehen soll. Es ist auch sehr wichtig, dass man bei einer Ablehnung in schriftlicher Form Widerspruch einlegt, der auch formlos sein kann, sollte aber eine weitere ärztliche Stellungnahme beigefügt werden. Die Unterstützung des behandelnden Arztes ist wichtig, sonst gilt der Widerspruch nur als die persönliche Meinung des Patienten. Nur 1% der Patienten nutzt die Möglichkeit des Widerspruches!

Wenn der Antrag nach dem Widerspruch auch abgelehnt wird, kann man vors Gericht ziehen, dabei beim VDK (Sozialverband) Hilfe holen. Die Chancen auf eine positive Beurteilung steigen enorm, die Zahlen liegen über 50%!

 

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