Letzte Woche habe ich einen Podcast von The Boob Group angehört und dachte sofort, ich muss darüber im Blog schreiben!

Ich hatte meine zwei Brustverkleinerungen nach meinen Schwangerschaften, ob ich nach der Op noch stillen konnte oder nicht, war nie eine Frage für mich, da wir kein drittes Kind geplant haben. Es könnte aber einige von Euch Leserinnen interessieren. Wer Englisch versteht, kann gerne sofort diesen Podcast anhören. Eine Zusammenfassung über die wichtigsten Punkte, die angesprochen wurden, möchte ich hier aber auch geben. Sicherlich überlegt man, ob man mit der Op warten sollte, bis die Familienplanung abgeschlossen ist. Ich will da gar nicht diskutieren, es hängt von vielen Sachen ab, mit Sicherheit haben beide Phasen Vorteile und Nachteile und jeder soll für sich entscheiden. Dieser Podcast könnte aber bei der Entscheidungsfindung helfen, wenn jemand ihre zukünftig geborene Kinder stillen möchte und die Op nur aus diesem Grund hinauszögern würde.

Meine eigene Erfahrung im Thema:

Ich konnte mir immer nur sehr schwer vorstellen, dass ich meine Kinder irgendwann aus meinen riesigen Brüsten stillen könnte. Es war dann auch so.. leider oder nicht leider. In den Schwangerschaften sind meine Brüste auch noch extrem gewachsen, sie haben nur noch weh getan. Meine Kinder konnten nicht oder ich konnte nicht stillen, ich habe die Milch alle 2-3 Stunden abgepumpt. Beim ersten Kind 6 Wochen lang, beim zweiten Kind 3 Monate lang. Es war schlimm, es wurde immer schlimmer – von den Schmerzen her, von den Nerven her, von dem Zeitaufwand her. Aufgehört habe ich immer, wenn die Brüste vor Milchstau öfters hart waren als normal und ich auch Fieber bekam. Beim ersten Mal stillte ich langsam, in 2 Wochen ab, beim zweiten Mal abrupt mit Medikamenten. Beide Male habe ich aufgeschrieben, wie viel Milch ich jeden Tag abgepumpt habe. Meine Tochter brauchte etwa 500-600 ml Milch am Tag, was ich ihr auch geben konnte. Bei meinem Sohn pumpte ich täglich 1 Liter Milch ab und es hat ihm nicht gereicht! Ich kannte eine Mama aus einem ungarischen Kinderwunsch-Forum, die mit 75 B-Körbchen doppelt so viel Milch produziert hat, wie ich mit 90 L-Körbchen und ihre Milch gespendet hat. Da fragte ich mich, wozu habe ich eigentlich diese monströse Brüste?!

Man hört immer, dass die Stillzeit so wunderschön sein kann, eine tolle Beziehung entsteht zwischen Baby und Mutter, Emotionen und Gefühle, an die man sich ein Leben lang mit Sehnsucht erinnert. Bei mir war es nicht so. In mir blieb eine negative Erinnerung auf diese sonst schöne Zeit. Mit zwei Kindern war es noch schwieriger, als mit einem Kind, da ich alle 2-3 Stunden 30-40 Minuten an der Milchpumpe angeschlossen verbracht habe. Weitere 15 Minuten hat mein Kind die Flasche bekommen, nicht zu sprechen über die Zeit, wo ich die Pumpe und die Faschen gesäubert und sterilisiert habe. Bald darauf konnte ich wieder von vorne anfangen. Diese Zeit hätte ich auch mit meinen Kindern oder mit Ausruhen verbringen können.

Hätte ich gewusst, dass es so laufen wird, hätte ich die Op auch schon früher machen lassen. Hätte ich zwar nicht, weil meine Brüste erst in den zwei Schwangerschaften riesig geworden sind und ich früher nicht wirklich über eine Op nachgedacht habe (trotz Körbchengröße 85 G/H). Ich meine nur – hätte mich das Stillen von der Op abgehalten, wäre es nicht die richtige Entscheidung gewesen, die Op auf die Zeit nach den Schwangerschaften zu verlegen. Ich hätte mir viel Leid und Schmerz ersparen können. Ich hätte auch wählen können, dass ich es gar nicht erst versuche, zu stillen. Meine Kinder hätte ich auch so groß gekriegt. Ich stand aber leider durch das Forum so unter Druck, dass ich nicht stark genug war, meine eigene Entscheidung treffen zu können. Heute würde ich mich nicht mehr zum Stillen zwingen, zumindest auf keinen Fall auch noch beim zweiten Kind, nachdem es beim ersten schon nicht geklappt hat. Ich wollte es nur besser machen, als beim ersten Kind. Es ging nicht.

In der Sendung gibt es Gespräche mit betroffenen Frauen und die Stillberaterin Diana West (die selber eine Brustverkleinerung hatte und ihre Erfahrungen in diversen Büchern veröffentlicht hat) gibt auch tolle Infos darüber, ob es möglich ist, nach einer Brustverkleinerung oder Bruststraffung zu stillen.

Wie kann ein Eingriff an der Brust die Stillfähigkeit beeinflussen?

DW: Bei jedem Eingriff (sei es eine Vergrößerung oder Verkleinerung) wird das Brustgewebe teilweise zerstört, wie die Milchgänge oder die Nerven. Zum Beispiel kann die Verbindung zwischen den Milchgängen und Nerven verloren gehen, die Milch gelangt nicht aus den Milchdrüsen zu den Brustwarzen oder von dort heraus. Vielen Frauen wird gesagt, es wird keine Probleme geben und wenn das Baby dann da ist, haben sie nicht genug Milch oder bestimmte Brustbereiche werden nicht entleert und bleiben hart.

Der Erhalt der Stillfähigkeit hängt auch davon ab, welche Technik bei der Brust-Op verwendet wurde.

DW:

Liposuktion/Fettabsaugung oder narbenarme Technik: Diese Methode ist nur für kleinere Veränderungen, maximal für die Entfernung einer Cup-Größe geeignet. Dabei werden keine Milchgänge oder Nerven beschädigt und die Stillfähigkeit bleibt erhalten.

Stiel-Technik (pedicle technique): Dabei wird die Brustwarze an einem Stiel versetzt, die Milchgänge, Drüsen, Nerven und Blutversorgung werden erhalten und die Verbindung zu den Brustwarzen wird nicht unterbrochen. Die Brustwarzen bleiben lebendig, wenn genug Gewebe um sie herum übrig gelassen wird und die Stillfähigkeit hat gute Chancen, wenn noch genug Milchdrüsen da sind.

Die Stiel-Technik hat mehrere Varianten, von denen einige für die Stillfähigkeit besser geeignet sind, als andere.

Superior pedicle (zB. Lejour-Technik): Über der Brustwarze wird das Gewebe übrig gelassen und eher vom unteren Bereich etwas entfernt. Leider läuft hier der wichtigste Nerv, der für die Gefühlsempfindung und den Milchfluss verantwortlich ist. Frauen, die mit dieser Technik operiert wurden, haben meist weniger Milch.

Inferior pedicle (zB. McKissock, Robbins-Technik): Der Bereich unter der Brustwarze wird übrig gelassen, was für die Stillfähigkeit super ist! Hier befindet sich auch das meiste Drüsengewebe.

Wird die Brustwarze frei transplantiert, verliert sie die Verbindung zu den Milchgängen, die Chancen stehen am schlechtesten. Aber auch so ist es in einigen Fällen möglich, das Empfinden und die Stillfähigkeit zurückzugewinnen. Neue Milchgänge oder Verbindungen zu den Brustwarzen können entstehen.

Was sagen die Chirurgen?

DW: Die meisten Ärzte sagen gar nichts, sie haben andere Prioritäten. Fragt die Frau nach, wissen sie nicht richtig, was sie sagen sollen. Meist wissen sie nicht, ob die Stillfähigkeit erhalten werden kann oder sie meinen, die Chancen stehen 50:50%. Diese Aussage wurde weder wissenschaftlich untersucht noch ist bewiesen.

Frauen wissen nicht, was 50:50% bedeutet. Sie denken, entweder sie werden Milch haben oder sie werden keine haben. Wenn das Baby da ist und sie können stillen, denken sie, sie gehören in die 50%, die stillen kann. Was hier aber wichtig ist, ob sie dem Baby genug Milch geben können und wenn nicht, ob sie es merken. Deswegen ist es nach einer Brust-Op besonders wichtig, das Baby zu beobachten, ob es genug zunimmt, ob es Hunger hat, ob zugefüttert werden muss. 50:50% heißt nicht, genug Milch oder gar keine Milch! Es kann Milch da sein, aber nicht in ausreichender Menge.

Mami 1: Sie hatte 5 Jahre vor der Schwangerschaft die Brustverkleinerung. Ihre Kinder haben vor Hunger geschrien, sie hat es schon gemerkt. Im Krankenhaus wollte man ihr helfen, konnte man aber nicht, gleich wollte man, dass sie zufüttert. Sie hat es auch getan. Es war für sie schwierig herauszufinden, wie viel Milch sie überhaupt dem Baby gibt.

Mami 2: Sie hat ihren Sohn 12 Jahre nach der Brustverkleinerung bekommen. Sie hatte eine Hausgeburt, das Baby wurde oft beobachtet, ob er genug zunimmt. Leider war es nicht der Fall, die Mama hatte zu wenig Milch.

DW: Im Krankenhaus wird schnell mal zugefüttert, wenn man erfährt, dass die Frau eine Brust-Op hatte. Es ist aber nicht mal sicher, auch wenn es wahrscheinlicher ist, dass die Frau wegen der Op zu wenig Milch hat. Die Mama sollte mit einer Stillberaterin zusammenarbeiten, die gucken kann, wo das Problem liegt, ob die Mutter die Milchmenge irgendwie erhöhen kann. Zum Beispiel die werdende Mutter kann 1-2 mal am Tag schon vor der Geburt des Kindes die Milchbildung durch Ausstreichen anregen. Oder in der ersten Woche 5-6 Mal am Tag sollte sie nach dem Stillen die restliche Milch aus der Brust ausstreichen oder abpumpen. Dies regt die Milchproduktion an.

… und noch andere Tipps von DW, was man tun und lassen sollte, wie low carb Diät, Wein oder mehr Wasser trinken.

 

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