Wie es so im Leben ist, es gibt für wichtige und aktuelle Themen besondere Zeiten. Wenn das Interesse abgeklungen ist, verschwindet dieser Bereich langsam aus den Augen, aus dem Alltag, man beschäftigt sich damit immer seltener. Und irgendwann sind die ehemals brennende Themen nur noch eine Erinnerung. Ich weiß, dass für viele Leserinnen das Thema Brustverkleinerung sehr aktuell ist und dafür steht dieses Blog immer noch da, obwohl ich mich nicht mehr so oft melde.

In den letzten 5 Monaten kehrte bei meinen Brüsten der Alltag ein (so nach 1-1,5 Jahren nach der zweiten OP), das Thema, was mich mein Leben lang beschäftigt hat, hat an Aktualität verloren. Irgendwie weist es darauf hin, dass ich mit dem zweiten Ergebnis schon sehr zufrieden bin, sonst hätte ich schon recherchiert, gemeckert, tausend Fotos gezeigt. 😉 Außerdem plane ich meine Zukunft, der nächste Schritt ist in Sicht, wieder kommt etwas Neues, was wichtig ist – und nichts mit den Brüsten zu tun hat. Es ist schön, dass mich die unhandlichen Dinge nicht mehr behindern, ich kann ein ganz normales Leben führen, muss nicht darüber nachdenken, ob ich zu einem Anlass nichts geeignetes zum Anziehen finden werde. Ich gehe einfach in den Laden und kaufe etwas, nicht so wie früher. Damit ist das Thema Brüste abgeschlossen.

Was bestimmt einige interessiert, wie die Narben nach einem Jahr und später aussehen. Anfang Mai 2015 sind die Brüste genau 1,5 Jahre alt. Die Narben sind ok, sie sind hell, aber trotz Abkleben mit Silikonplastern und Folien, Anschmieren mit Silikongels sind die unteren Narben breit. Nicht so breit, wie nach der ersten OP, aber doch nicht perfekt. An der Stelle, wo ich an den Brustwarzen die Wundheilungsstörung hatte, sieht man auch die helle Narbe. Man sieht sogar eine Erhebung durch das T-Shirt dort, wo die Narbe von den Brustwarzen nach unten läuft. Aber das ist alles nicht schlimm und beschäftigt mich gar nicht. Ich würde auch nichts korrigieren lassen und nochmal eine OP auf mich nehmen. Ich glaube nach all den Monaten daran, dass die Narbenheilung auch eine individuelle Sache ist. Ich würde stark vermuten, dass meine Narben beim dritten mal auch nicht schmaler aussehen würden.

Mit der Größe und mit der Form bin ich auch zufrieden. Ich muss aber zugeben, dass mir Klamotten nach der ersten OP mit der Größe 85 D/E viel besser gestanden haben, als jetzt. Jetzt sind die Brüste zu klein und flach im Vergleich zu den anderen Körperteilen an mir. Damit habe ich aber gerechnet und wollte es trotzdem wegen der Freiheit so haben, die ich durch die kleinere Größe erhalten habe. Mein Plan war, dass ich abnehme, und dann wird es schon passen (da ich an den Brüsten nicht abnehme, wird alles angeglichen). Der Plan ist noch nicht aufgegangen, da ich nicht ab-, sondern zugenommen habe. Momentan bin ich bei 91 kg. Hier im Blog war ich auch schon 80 kg, gestartet habe ich vor 3 Jahren mit 107 kg. Ich habe zwar viel Sport gemacht (auch weiterhin Tischtennis, mit Erfolg), aber auf die Ernährung habe ich lange nicht geachtet. Vieles andere, was mit meiner Zukunft und mit der unserer Familienmitglieder zu hat, war wichtiger und ich hatte dadurch auch viel Stress, was mich nicht an die Ernährung konzentrieren ließ.

Es gibt aber auch tolle Neuigkeiten! Mein Mann hat in den letzten 7 Monaten 23 kg abgenommen! Er macht keinen Sport, er hat nur seine Ernährung umgestellt. Das zeigt mir auch, dass dies sehr wichtig ist und für das Ziel unausweichlich, dass ich mich zusammenreiße und was ändere.

Die andere Neuigkeit ist, dass meine Mutter an den Brüsten vor einem halben Jahr ebenfalls operiert wurde. Sie ist 61 Jahre alt und ließ sich von mir überzeugen, dass es sich noch lohnt. Es wurden bei ihr jeweils 600 g entnommen und so bekam sie von 90H etwa 90E. Immer noch groß, aber sie ist damit glücklich. So wie ich es mitgekriegt habe, war sie sehr wehleidig und hatte viele Wochen mit Schmerzen zu kämpfen. Nicht wirklich die Narben haben Schwierigkeiten gemacht, sondern das Gewebe spannte. Ich vermute, dass die Drainage zu früh gezogen wurde und die Flüssigkeit staute noch lange im Gewebe. Der Arzt hat zumindest nichts gefunden. Ihre Narben habe ich nicht gesehen, sie wurden aber an den Seiten nicht so hoch gezogen, wie meine. Nach 3 Monaten war sie wieder im Schwimmbad. Sie hat es schwer, passende BHs zu finden, weil die Brüste eher flach sind und den BH vorne nicht ausfüllen. Dort entstehen dann Falten und sehen unter der Bluse nicht schön aus. Sie macht also ganz ähnliche Erfahrungen, wie ich. Das schöne daran ist, dass sie es mit mir besprechen kann, bzw wir tauschen ganz fleißig unsere Erfahrungen aus. Ich muss sie mal beim nächsten Mal fragen, ob sie die OP bereut hat oder glücklich ist, dass sie sich gewagt hat.

Ich wollte im Mai noch Fotos machen und dann meine Brustverkleinerung als PDF in einem Ebook zusammenfassen, damit man den Ablauf besser verfolgen kann. Natürlich nur, wenn Interesse besteht.

Ich freue mich weiterhin auf eure Gastbeiträge! Schreibt mir eine Email! 🙂

 

Advertisements