Ich habe die Geschichte von Sarah schon vor vielen Monaten bekommen. Ich war allerdings mit dem Alltag beschäftigt und habe mich nicht mehr im Blog gemeldet.

Ich freue mich aber immer sehr, wenn jemand schreibt, sich bedankt und ihre Geschichte mit mir und sogar mit euch teilt.

Liebe Sarah, ich danke Dir!

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Da ich diese Seite so hilfreich finde und froh war, sie schon vor meiner OP gefunden zu haben, möchte auch gerne meinen Erfahrungsbericht hier einstellen. Ich werde mich nicht groß mit OP- Details aufhalten, zumal ja scheinbar viel von Krankenhaus und Operateur abhängt, sondern mich auf die grundsätzlichen Unterschiede beschränken, die mir aufgefallen sind.

Hier erst einmal meine Daten. Alter: 54, Größe: 165 cm, Gewichte: 67 kg, BH-Größe vor OP: 85F. Nach OP: 85B (eventuell C), entfernt wurde am 18.12.14: 780 gr. von der rechten und 690 gr. von der linken Brust.

Donnerstag Morgen um 7 Uhr in die Klinik, anzeichnen um 8, auf Station um 9, OP um 10, um 4 wieder wach auf Station, Freitag ausruhen, Sonnabend Drainagen ziehen und Mittags mit dem Taxi nach Hause.

Ich habe mich gegen Ärztemarathon und Kampf gegen die Krankenkasse entschieden und bin direkt zum PC gegangen. Gefunden habe ich sie über die Arztsuche der „Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen“. Ich wollte unbedingt einen „richtigen“ plastischen Chirurgen mit Erfahrung bei Brustverkleinerungen, nicht nur einen weitergebildeten Zahnarzt, der sich Schönheitschirurg nennen darf. Gekostet hat mich die OP 6.500.– Euro. Darin enthalten waren neben OP und Nachsorge, zwei Nächte auf der Privatstation eines großen Hamburger Krankenhauses, ein Kompressions-BH, Silikongel zur Narbenpflege und eine Versicherung für ev. Nachkorrekturen. Weil ich die ganze Sache privat bezahlt habe, gab es keinen Krankschreibung für die Zeit nach der OP. Deshalb habe ich die günstig liegenden Feiertage und meinen Resturlaub zusammen gelegt und konnte mich nach der Operation am 18.12.14 drei Wochen lang zu Hause erholen. Da ich alleine lebe und keine Hilfe hatte, habe ich mich vor der OP gut vorbereitet. Vorräte eingekauft, wichtige Sachen oben aus den oberen Küchenschränken runter geholt, beim Friseur gewesen (ich hatte sehr lange Haare) etc., aber im Grunde genommen war das alles kaum nötig.

Bis auf Kreislaufprobleme hatte ich keine Schwierigkeiten, keine Schmerzen oder große Einschränkungen. Nach acht Tagen bin ich schon wieder Auto gefahren. Noch schneller konnte ich einkaufen, kochen, waschen und mich selber um alles kümmern. Natürlich habe ich es nicht übertrieben und alles langsam und mit Pausen dazwischen erledigt.
Ich habe schon nach einer guten Woche wieder auf der Seite schlafen können. Ein bisschen nach der richtigen Stellung muss ich immer suchen, aber dann geht es problemlos.

Meine erste Woche im Büro war zwar sehr anstrengend, das ist sie aber immer, da ich keine Vertretung habe und alle Arbeit liegen bleibt. Mein Rücken schmerzte, als ob die ganze Körperstatik durch die OP, bzw. die 1 ½ Kilo Brustgewebe weniger, verschoben ist. Immer muss ich mich daran erinnern, die Schulter runter zu nehmen und den Rücken gerade zu machen. Aber es ist so ein super Gefühl, aufrecht, mit schwingenden Armen und stolzem Brustbein über den langen Flur im Büro zu gehen. Früher habe ich mich zusammen gekrümmt geschlichen und dachte, alle glotzen mir nur auf meine wabbelnde Oberweite.

Ich hätte die OP viel früher machen sollen, hatte aber lange Jahre einen Partner, der es mochte, diese großen Fleischberge zu kneten und habe mich lieber weiter gequält, als ihm das „Vergnügen“ weg zu nehmen. Wie blöd man doch manchmal sein kann . . .

Meine Narben sehen ähnlich aus, wie die von Leonie, nur das sie nicht hoch gezogen bis unter die Achseln sind, sondern gerade weiter gehen bis auf Höhe der Achselhöhlen. Damit werden sie später problemlos von BH oder Bikini-Oberteil verdeckt. Mein Kompressions-BH ist von Marena. Er reicht bis dicht unter die Achseln und lässt sich mit je drei Hakenreihen sowohl an den Trägern als auch in der Brustmitte verstellen. Jetzt, nach vier Wochen, sind die Brüste so weit abgeschwollen, das ich den BH um eine Hakenreihe enger stellen kann. Damit bleibt hoffentlich der gute Kompressionseffekt noch weiter erhalten und hilft, die Narben schön zu machen. Ich wasche den BH alle paar Tage mit der Hand und legen ihn dann auf die Heizung. Dann kann ich ihn nach einer knappen Stunde schon wieder anziehen. Meine Narben sind auf der linken Seite gerade und glatt, wie mit dem Lineal gezogen und auf der rechten Seite mit Wellen und unschönen Wülsten. Die Brüste sind auch nicht ganz gleich groß geworden, aber das hatte ich auch nicht erwartet. Vorher waren sie auch nicht gleich groß und ich warte erst mal ab, wie es in einem halben Jahr aussieht. Ich hatte ja auch zwei Operateure. Ein Ehepaar; Sie betreibt die Privatpraxis und er ist Chef der plastischen Chirurgie in dem Krankenhaus, in dem ich operiert worden bin. Dadurch war die OP mit zwei Stunden recht kurz, aber die Brüste bzw. Narben tragen jetzt halt zwei unterschiedliche „Handschriften“.
Zur Zeit habe ich zwei nicht ganz trockene Stellen an der rechten Brust, genau da wo sich die Unterbrustnarbe mit der senkrechten trifft und dort, wo die senkrechte auf die Narbe um die Brustwarze herum trifft. Außerdem riecht es unangenehm aus meinem Dekolleté, schon gleich nach der OP war das so und erst jetzt, nach vier Wochen, wird es langsam weniger. Als ich das der Ärztin erzählt habe, hat sie mich angeguckt, als ob ich nicht alle Latten am Zaun habe.

Dank Leonies aufwendiger Recherche bezüglich Narbenpflege, werde ich den BH so lange wie möglich Tag und Nacht tragen. Zur Zeit creme ich morgens mit Panthenol-Salbe (Bepanthen) und abends mit Silikongel ein, habe mir aber gerade die Silikonpflaster bestellt. Ich möchte bald wieder zum Pilates gehen und hoffe, die Pflaster verhindern ein Auseinandergehen der Narben. Im April geht es dann wieder ins Kajak, meinem sportlichen Hobby und vielleicht finde ich ja auch noch Spaß am Joggen, jetzt, wo ich es endlich kann.