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Bescheid der TKK über die Kostenübernahme der Brustverkleinerung

 

Zwei Tage danach, dass ich bei der TKK die restlichen 3 Atteste (Frauenärztin, plastischer Chirurg und Hautarzt) nachgereicht habe und ein Tag bevor die TKK das Attest vom Orthopäden bekommen hätte, wurde ich von der Krankenkasse angerufen. Ich war gerade einkaufen und habe gerade die Sachen ins Haus getragen. Ich ging trotzdem ans Telefon, ich wusste zwar nicht, wer anruft. Ich habe erstmal nur zugehört, die Sachbearbeiterin hat angefangen zu erzählen, dass sie mir einen Brief geschickt hat, den ich nicht beachten sollte. Sie konnte ihn nicht mehr aufhalten, aber was drin steht, gilt nicht mehr. Ich hatte nicht mal Zeit, darüber nachzudenken, was es bedeuten soll, sie fuhr schon fort. Sie hat erst nur ein Schreiben vom medizinischen Zentrum bekommen (?? das hat mir nichts gesagt, war es vielleicht doch vom PC??), gerade hat sie aber meine ganzen Unterlagen bekommen und es ist so umfangreich, mit vielen Fotos…. Da habe ich die Frau unterbrochen und ihr gesagt, dass ich 2 Tage vorher noch 3 Atteste abgegeben habe und morgen soll noch ein Attest per Fax kommen. Ich dachte, sie vermisste diese und wollte sie sie einfordern. Kommt ja auch mal vor. Vor allem, ich habe ja den Antrag schon eine Woche vorher abgegeben und sie hätte sie erst heute bekommen? Deswegen klärte ich sie auf, dass die Atteste auch schon bei der TKK sind.

Sie antwortete mir sofort, dass ich jetzt nichts mehr schicken soll, mein Antrag wurde bewilligt!

Der Antrag ist so ausführlich und die Fotos sprechen deutlich für sich, die TKK kann in meinem Fall nicht anderes tun, nur bezahlen. Sie ruft mich an, weil sie in einem Brief fehlende Unterlagen eingefordert und mich zum medizinischen Dienst überwiesen hat, aber gerade hat sie meine ganzen Unterlagen bekommen, konnte aber den Brief nicht mehr aufhalten, ich soll ihn nicht beachten. Sie schickt aber die Bewilligung gleich hinterher, ich soll bitte die für den plastischen Chirurgen in der Praxis abgeben, die schickt sie mir im selben Umschlag.

Ich wusste gar nicht, wie ich mich freuen soll. Sofort habe ich allen Bescheid gesagt, die davon wissen sollten: Mann, Freundinen, PC-Forum. Meine Hände haben gezittert 😀 Die KK hat sich sehr schnell entschieden, praktisch sofort, nachdem die Sachbearbeiterin meine Unterlagen in die Hand gekriegt hat. Den Antrag habe ich 8 Tage davor abgegeben, die 3 Atteste 2 Tage vorher nachgereicht. Alles ging ein wenig durcheinander, deswegen würde ich das nächste Mal alles zusammen abgeben und nicht nacheinander. Eine Woche hin oder her ist eh egal. Da sich die Krankenkasse so schnell entschieden hat, die Kosten zu übernehmen, hatte ich bis zum geplanten Op-Termin noch sehr viel Zeit, genau 3 Monate. Der Termin war auf Mitte Januar 2013 gesetzt und das war nicht ganz optimal. Am liebsten hätte ich einen Termin im November gehabt, nachdem wir unser letztes Tischtennis-Spiel mit der Mannschaft gespielt haben und die Winterpause anfing. Ich wusste, dass ich nach der Op 2-3 Monate Pause halten muss und im Januar fing die Rückrunde schon an, ich hätte nicht spielen können. Nach kurzer Überlegung habe ich meinen Mann gefragt, was er dazu sagen würde, wenn ich versuchen würde, meinen Op-Termin auf November zu verlegen. Könnte er dort 2 Wochen Urlaub nehmen? Er schrieb mir von der Arbeit zurück, er könnte, ich soll es versuchen. Hätte ich den Termin im November, könnte ich dann Silvester mit den Kindern alleine nach Ungarn zu meinen Eltern fliegen? Wäre ich da schon fit genug? Könnte ich die Koffer hinterherziehen, vom Band runterheben? Alles müsste geplant werden. Ich habe in mein Zykluskalender geguckt: wann werde ich das nächste Mal meine Tage kriegen? Ich brauche einen Termin unmittelbar nach meiner Periode, damit ich bis zur nächsten genug Pause habe. Ich weiss ja nicht, wie beweglich ich nach der Op sein werde.

Ich habe in der Praxis vom plastischen Chirurgen angerufen und die Lage geschildert. Ich bat um einen Termin im November, möglichst um den 15. November herum. Da hätte ich meine Tage schon hinter mir und die 6 Wochen bis zum Flug würden auch ausreichen, um wieder fit zu werden. Hmmm.. es gab ein Problem, es gab keine Termine frei. Die Frau nannte mir den 8. November – war nicht gut, genau dort hätte ich meine Tage bekommen sollen. Wie wäre es dann mit dem 1. November? Theoretisch gut, aber wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben? Nicht dass ich dort meine Tage bekommen, bevor ich heimgelassen werde. Ich habe nachgeguckt, könnte passen. Dann soll es der 1. November sein!

Plötzlich hatte ich nur noch 13 Tage bis zur Op und nicht 3 Monate!

Ich wurde nervös und konnte mich in diesen 13 Tagen kaum bis gar nicht beruhigen. Ich hatte Angst, es war ein großer Schritt in meinem Leben, wie meine Hochzeit und die Geburt meiner Kinder, der große Tag und das Ergebnis sollte perfekt werden. Ich hatte Angst, dass die Brüste nach der Op imer noch zu groß bleiben und ich keine zweite Chance mehr habe.. darüber habe ich oft gelesen. Kaum eine schreibt aber darüber, dass die Brüste viel zu klein wurden. Ich hatte aber keine Angst vor der Narkose, dass ich nicht mehr aufwache oder vor den Schmerzen. Und genauso kam es dann: meine Brüste blieben nach der Op immer noch zu groß und jetzt kämpfe ich um eine zweite Chance.

 

Das Schreiben von der Krankenkasse, welche Angaben sie in einem Antrag für die Kostenübernahme benötigen:

krankenkasse-angaben

 

Bescheid von der TKK über die Bewilligung der Brustverkleinerung:

bescheid-tkk

 

 

Mein Antrag auf Kostenübernahme einer Brustverkleinerung

 

Mein Antrag betrug 7 Seiten, beinhaltete 7 Fotos, unzählige ärztliche Dokumente, Berichte über MRT, Röntgenuntersuchungen und 5 Atteste. Einige Atteste habe ich nachgereicht, deswegen werden sie im Antrag aufgelistet.

Der Antrag sah folgendermaßen aus:

 

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Antrag auf Kostenübernahme einer Mammareduktionsplastik

Sehr geehrte Frau xxx,

nach eigenen Messungen wiegen meine Brüste je etwa 2500 Gramm, wobei der rechte Busen etwas größer und schwerer ist, als der linke – dabei ist zu beachten, dass Brustgewichte von mehr als 1500 g üblicherweise bereits als Gigantomastie klassifiziert werden und eine normale weibliche Brust 250-300 g wiegt (Beller, 1985). 9 Frauen hätten genug Busen davon, was ich alleine (er)tragen muss. Die Brüste sind proportional viel zu groß für meinen restlichen Körper, er ist dadurch völlig entstellt!

5 kg Brustgewebe zieht mich rund um die Uhr nach vorne und runter – der muskulöseste Rücken auf der Welt schafft es nicht, dies dauerhaft ohne Schädigungen zu halten und auszuhalten!

Als letzter Ausweg aus den täglichen Schmerzen und Entstellung, beantrage ich hiermit die Übernahme der Kosten für eine medizinisch induzierte operative Brustverkleinerung.

Im Folgenden möchte ich Ihnen zunächst die Vorgeschichte erläutern und meine aktuelle Lage beschreiben.

 

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Vorgeschichte
Ich habe seit meiner Pubertät übergroße Brüste, die bis zu meinem Studium starke Asymmetrie gezeigt haben (rechte Brust größer). Der Größenunterschied besteht in abgeschwächter Form heute noch. Die psychische Belastung war damals sowohl wegen der Asymmetrie, als auch wegen der Übergröße sehr groß. Da ich in Ungarn aufgewachsen bin, hatte ich nie die Möglichkeit, auch nur über eine Brustverkleinerung nachzudenken. Gewünscht hatte ich mir jedoch schon immer eine normale Größe, die zu meiner Statur passt. Mein Gewicht betrug in dieser aktiven Zeit 68 kg bei einer Körpergröße von 166 cm (BMI 24,7 – muskulöser Körperaufbau).

Mit 23 Jahren musste ich leider wegen einer Sportverletzung (Supraspinatussehnenruptur in der rechten Schulter, bis heute unbehandelt) mit dem Leistungssport von einem Tag auf den anderen aufhören. Ich habe mich auf mein Biologie-Studium konzentriert, bin nach Deutschland ausgewandert und habe hier meinen Doktortitel erworben. Mein Gewicht betrug in diesem sportlich eher weniger aktiven Zeitraum jahrelang stabil 75-85 kg, die Brustgröße war 80 G/H. An diese Größe habe ich mich mit der Zeit gewöhnt, die Rückenprobleme hielten sich gut in Grenzen.

Mit 32 Jahren habe ich geheiratet und habe zwei Kinder bekommen (♀ xx. xx. 20xx und ♂ xx. xx. 20xx). Nach den Kindern habe ich ein Gewicht von 107 kg (BMI 38,8) erreicht (Gewichtsnachweise mehrfach beigefügt). Während den Schwangerschaften und vor allem in der Stillzeit hat sich das Drüsengewebe in meinen Brüsten extrem vermehrt, die Schmerzen waren unerträglich und Schmerzmittel durfte ich auch keine nehmen. In der Stillzeit hatte ich ständig Entzündungen in den Brüsten, keine von meinen zwei Kindern konnte ich aus den entstellten, riesigen, oft harten und heißen Brüsten stillen. Ich habe die Milch Tag und Nacht unter großen Schmerzen abgepumpt. Den Kampf musste ich jedoch nach 1,5 (bei meinem ersten Kind) bzw. 3 Monaten (bei meinem zweiten Kind) aufgeben. Meine Brüste hatten eine BH-Größe von 90 L. Zu den unerträglichen Brustschmerzen kamen noch die Schmerzen im Nackenbereich, im Schulterbereich, zwischen den Schulterblättern und im Lendenwirbelbereich sowie Kopfschmerzen. Bei zwei kleinen Kindern war es mir kaum möglich, von einem Arzt zum anderen zu rennen, deswegen habe ich mich zu Hause mit Paracetamol und Dolormin behandelt und bin erst zum Arzt gegangen, als ich mich wegen den Schmerzen kaum noch bewegen konnte. Mein damaliger Hausarzt schickte mich zum Röntgen, wo im Lendenwirbelbereich degenerative Veränderungen an mehreren Bandscheiben, Osteochondrose und Spondylarthrose nachgewiesen wurden (Bericht beigefügt). Gegen die Nacken und Schulterschmerzen wurden Fango Massagen verschrieben, die jedoch nicht geholfen haben. Sowohl im Lendenbereich, als auch im Nackenbereich strahlen mir die Schmerzen nach wie vor an der rechten Seite in die Gliedmaßen, Taubheitsgefühl und Kribbeln spüre ich in den äußeren Zehen und Fingern.

Während der Schwangerschaft und vor allem in der Stillzeit von meinem zweiten Kind (20xx-20xx) dachte ich das erste Mal ernsthaft über eine Brustverkleinerung nach. Die seitdem bestehenden oben genannten Schmerzen bestärken mich in meinem Vorhaben. Ich wollte als erstes mein Übergewicht reduzieren, um an den Brüsten ebenfalls Volumen und Gewicht zu verlieren und um die Schmerzen zu lindern. Ich habe eine Ernährungsumstellung in Angriff genommen (eine Ernährungsberatung erhielt ich während der zweiten Schwangerschaft im Zusammenhang mit meiner insulinpflichtigen Gestationsdiabetes) und habe mich im November 2010 im „Turn- und Sportverein Xxxxxx“ angemeldet. Ich besuchte dort abwechselnd die „Rückengymnastik“, einen „Bauch-, Beine-, Po“-Kurs und einen „Ausdauer und Kraft“ Kurs. Zurzeit trainiere ich im Tischtennisverein von Xxxxxx. Zu Hause führe ich ebenfalls Rückengymnastik aus („Starker Rücken“ – TELE-GYM und „Dein gesunder Rücken“ von Prof. Dr. Grönemeyer) und trainiere an einem Fahrradergometer. Leider ist dies durch die gegebenen Schmerzen nicht uneingeschränkt möglich. Oft muss ich vor den Trainingseinheiten Paracetamol nehmen und immer wieder nach sportlichen Aktivitäten mehrere Tage (manchmal sogar Wochen) pausieren, weil sich die Rücken- und Schulterschmerzen nach dem Sport verstärken.

 

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Aktuelle Lage
Durch die Lebensumstellung habe ich glücklicherweise nicht nur 

* meine Blutwerte verbessert (z.B. Cholesterin von 197 mg/dl (2007) – 194 mg/dl (2008) – 201 mg/dl (2011) auf 149 mg/dl (2012), bzw. Triglyceride von 469 mg/dl (2007) – 175 mg/dl (2008) – 212 mg/dl (2011) auf 92 mg/dl (2012) – Laborberichte beigefügt),

* mein Diabetesrisiko gesenkt (ich hatte insulinpflichtigen Schwangerschaftsdiabetes bei meinem zweiten Kind mit einem HbA1c Wert von 6,0% (2009) >> HbA1c Wert sank auf 5,7 % (2012)),

* die Muskulatur gestärkt,

* sondern auch mein Körpergewicht um mehr als 23% reduziert (-25 kg). Bei der Antragstellung wiege ich 82 kg (BMI 29,8).

* Meine Brüste sind durch die Gewichtsabnahme allerdings leider kaum kleiner geworden: Hauptsächlich veränderte sich die Unterbrustgröße und nur wenig die Größe der Brüste. Von einer Körbchengröße von 90 K (bei 100-107 kg nach der zweiten Stillzeit) kam ich runter auf 80 J (bei 82 kg).
– Brustumfang: 116 cm
– Unterbrustumfang: 85 cm

* Wie eine mammographische Untersuchung im September 2012 bestätigte, haben meine Brüste ein „Parenchymmuster ACR 3 bis 4 mit sehr dichtem Drüsengewebe“ (Bericht beigefügt). Laut dem Arzt (Dr. med. Xxxxx, Xxxxxx), der die Aufnahmen ausgewertet und die Sonographie durchgeführt hat, würden die Brüste nach weiteren 8-10 kg Gewichtsabnahme auch nicht viel kleiner werden, weil kaum Fettgewebe vorhanden ist.

* Das Brustgewicht beidseitig beträgt laut eigener Messung etwa 2500 Gramm links und 2700 Gramm rechts – dabei sollte beachtet werden, dass Drüsengewebe kompakter und schwerer ist als Fettgewebe.

* Das vorhandene Drüsengewebe schwillt auf zyklusabhängige hormonelle Veränderungen unmittelbar nach dem Eisprung schon an und verursacht bis zur Periode dauerhafte Schmerzen und ein unangenehmes Spannen, das zusätzliche Gewicht zieht mich verstärkt herunter.

* Das dichte Drüsengewebe erschwert auch erheblich die Vorsorgeuntersuchung der Brust, sowohl die Selbstuntersuchung (für mich unmöglich durchzuführen), die fachärztliche Tastuntersuchung, als auch die Mammographie und Sonographie können die Ziele einer Vorsorge kaum erfüllen. Von einer Brustverkleinerung erhoffe ich für die Zukunft eine sicherer durchführbare Krebsvorsorge.

* Leider sind die Rückenschmerzen durch die Gewichtsabnahme auch nicht verschwunden, ich habe in den Jahren mit Makromastie durch die Schonhaltung Haltungsschäden entwickelt, die Schmerzen verstärken sich bei und nach sportlichen Aktivitäten. Ich halte jedoch Sport langfristig für meine Gesundheit  unerlässlich und möchte darauf wegen den Schmerzen nicht verzichten.

* BHs anzuziehen und zu tragen ist eine echte Qual für mich. Die Einschnürungen des Büstenhalters im Schulterbereich verursachen zunehmende Rücken- und Haltungsbeschwerden. Die Schulterschmerzen (auch bedingt durch die Sehnenruptur) lassen es nur schwer zu, überhaupt die Brüste in den BH reinzukriegen. Anderseits werden die Träger des BHs mit der Zeit, wo ich den BH trage, immer locker, weil sie dem Gewicht der Brüste nicht stand halten können – so sitzen die Brüste nicht fest, bewegen sich zu sehr und verursachen vor allem beim Sport große Schmerzen. Als sichtbare körperliche Zeichen für die Einwirkung der schweren Brust können bei mir „Schnürfurchen“ im Bereich beider Schultern durch die BH-Träger (trotz einer Breite von 3 cm und beim Sport-BH noch mehr, Foto beigefügt) und mechanische Druckstellen in anderen BH-Bereichen beobachtet werden.

 

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* Als viel schwerwiegender empfinde ich meine physischen Beeinträchtigungen. Aufgrund des starken Brustwachstums während den Schwangerschaften und Stillzeiten und der damit verbundenen Überbelastung meines muskulären und skeletalen Halteapparates, ist es im Laufe der letzten 7 Jahre zu einer deutlichen Verstärkung der Beschwerden und einer Ausdehnung der Schmerzsymptomatik gekommen. Ein Hauptschmerz befindet sich an der Wirbelsäule am Übergang von Hals- zur oberen Brustwirbelsäule. Von dieser Stelle strahlt der Schmerz mit wechselnder Intensität seitlich in die Schulterblätter und nach oben bis zum Hinterhaupt. Kopfschmerzen habe ich mehr oder weniger ausgeprägt den ganzen Tag! Durch das Gewicht der Brüste, das Einschneiden der BH-Träger und durch den erheblichen Druck auf die Muskulatur im Schulterbereich bestehen Schulterschmerzen (zusätzlich zur Sehnenruptur), Nackenschmerzen und ein muskulärer Hartspann im Bereich der Nackenmuskulatur. Der andere Schmerz-Hot-Spot sitzt im Lendenwirbelbereich und strahlt an der rechten Seite runter ins Bein, sowohl im Sitzen, als auch im Stehen und Liegen.

* Meine Nachtruhe wird wegen den Schmerzen oft unterbrochen: Wegen den übergroßen Brüsten wird der Oberkörper in der Bauchlage hochgehoben und der Rücken wird dadurch überlastet, die Brüste sind immer im Weg und schmerzen beim Daraufliegen. Die Sehnenruptur lässt es mir nicht zu, in der rechten Seitenlage zu schlafen, in der linken Seitenlage schläft mir oft der oben liegende rechte Arm ein, in der Bauchlage schläft ebenfalls der rechte Arm ein. Die Kopfschmerzen verstärken sich in der Rückenlage. Ich stehe am Morgen schon mit Kopf-, Rücken- und Schulterschmerzen auf und es hört den ganzen Tag nicht wieder auf. Mangelnder Schlaf und ständige Schmerzen führen zu erheblichen Konzentrationsstörungen und Irritabilität, die mich wiederum stark im Alltag einschränken. Langfristig ruiniere ich meine Gesundheit auch noch mit den regelmäßig eingenommenen Schmerzmitteln.

* Die Sehnenruptur in der rechten Schulter verursachte mir 10 Jahre lang kaum bis keine Schmerzen. Diese kamen wieder, als ich meine Kinder nach der Geburt getragen habe und wurden deutlich schlimmer und akut, als ich wegen der Gewichtsabnahme mit Gymnastikübungen angefangen habe. Seitdem bereitet es mir große Probleme, meinen BH jeden Tag an- und auszuziehen, bzw. es ist für mich, wie erwähnt, nicht mehr möglich, in der Seitenlage zu schlafen. Einen operativen Eingriff (Rotatorenmanschettenrekonstruktion) kann ich mir erst nach einer Brustverkleinerung vorstellen, weil ich es in der monatelangen Heilungsphase nach einer Schulter-OP unmöglich schaffen würde, meine übergroße Brüste nur mit einem gesunden Arm in einen BH reinzukriegen, aber es ohne diesen für mich unzumutbar wäre zu existieren, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, oder einfach nur den Alltag zu meistern (z.B. meine Kinder zur Schule, in den Kindergarten, zum Englisch oder Turnen zu bringen, Einkäufe erledigen, Besuch empfangen, etc).

 

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Kurze Zusammenfassung

* Geburtsdatum: xx. xx 19xx (39 Jahre)

* Körpergröße: 166 cm
* Gewichtsabnahme des letzten Jahres: -25 kg
* Aktuelles Gewicht: 82 kg
* BMI: 29,8
* BH-Größe: 80 J (gewünscht 80 B – minus 8 Körbchengrößen)
* Parenchymmuster ACR 3 bis 4 mit sehr dichtem Drüsengewebe
* Beidseitige Ptose nach Vrebus Typ III
* Gewicht der Brüste: ca 2500-2700 g pro Brust (eigene Messung)
* Gigantomastie: Selbst bei einer Reduktion des Körpergewichts auf das Normalgewicht läge noch eine Gigantomastie vor. Bei diesen Gegebenheiten ist die Brustverkleinerung die einzige Erfolg versprechende Therapie zur Behandlung der orthopädischen Beschwerden.
* Beschwerden: Schmerzen im Nackenbereich, im Schulterbereich, zwischen den Schulterblättern und im Lendenwirbelbereich, Kopfschmerzen, Brustschmerzen; Schnürfurchen, Hautrötungen, Ausschläge zwischen den Brüsten, Geruchsbildung, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Krebsvorsorge kaum möglich.

Erwartete Ziele der Brustverkleinerung
* Brustreduktion um 8 Körbchengrößen von 80 J auf 80 B, möglicher Ausgleich der Asymmetrie, angemessene und zufriedenstellende Kontur der Brust ohne BH oder Kleidung
* Entlastung des Stütz- und Bewegungsapparates vom deutlichen Brustgewicht
* Verhinderung einer Verschlimmerung der vorliegenden Krankheiten im Wirbelsäulenbereich, bzw. Schmerzlinderung im Rücken, im Nacken, in den Schultern, am Hinterkopf, in den Brüsten, Verbesserung der Schlafstörungen
* Ermöglichung eines sportlich aktiven Lebensstiles und dadurch
* Dauerhafte Senkung des Risikos auf die Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krebs und Diabetes, die in meiner Familie gehäuft vorkommen
* Eine Brustgröße, welche eine gute Kontrollierbarkeit, eine sicherer durchführbare Krebsvorsorge ermöglicht. Laut einer Studie wird das Brustkrebsrisiko durch eine Brustverkleinerung um 28% reduziert (Boice et al. 2000). Dies wird erklärt durch die Reduktion des Drüsengewebes und von Frühformen des Mammakarzinoms (Pitanguy 1967). Außerdem wird die postoperative radiologische Beurteilbarkeit der Brust durch die bessere Komprimierung, geringere Größe und verminderte Streustrahlung verbessert (Werner et al. 1977).
* Die Möglichkeit auf die Rotatorenmanschettenrekonstruktion in der rechten Schulter (Schleimbeutelentfernung unter dem Schulterblatt und Glättung, bzw. evtl. Naht der Supraspinatussehne – laut Konsultation mit Hr. Dr. Xxxxx, Orthopäde „Xxxxxx-Klinik“)
* Reduzierung der Behandlungskosten für Folgekrankheiten von Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle im Lenden- und Nackenbereich, Diabetes, Herz-Kreislauf-Krankheiten für die Techniker Krankenkasse

 

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Publikationen

1) Beller FK: Reduktionsplastik. In: Beller FK (Hrsg.): Atlas der Mammachirurgie. Stuttgart; New York:
Schattauer, 1985, S. 110-131

2) Boice JD Jr., Persson I, Brinton LA, Hober M, McLaughlin JK, Blot WJ, Fraumeni JF Jr., Nyren O:

Breast cancer following breast reduction surgery in Sweden. Plast Reconstr Surg 106 (2000) 755-762
Abstract. Women undergoing breast reduction surgery have been reported to be at low subsequent risk of breast cancer, especially when the surgery is performed after age 40. To evaluate the age and time-related patterns of cancer risk following surgical removal of breast tissue, we identified 31,910 women who underwent breast reduction surgery from 1965 to 1993 in Sweden using hospital discharge register data. There were 19,975 women (63 percent) under age 40 at surgery. Linkages with Swedish registries for cancer, death, and emigration were based on unique national registration numbers assigned to each Swedish resident. Cancer incidence was contrasted with that expected in the general population based on age- and calendar year-specific data from the nationwide cancer registry. Overall, 161 incident breast cancers were identified during 238,765 person-years of observation (mean, 7.5 years) compared with 223.9 expected (standardized incidence ratio = 0.72; 95 percent confidence interval = 0.61 to 0.84). The reduction in risk of breast cancer was most pronounced for women whose operations were performed after age 50 (SIR = 0.57) and for those followed for more than 5 years (SIR = 0.68). Among women operated on before age 40, risk was nonsignificantly elevated within the first 5 years after surgery (SIR = 1.47; 95 percent CI = 0.89 to 2.30) but tended to be reduced thereafter (SIR = 0.80; 95 percent CI = 0.55 to 1.13). The magnitude of the reduction in risk thus appears directly related to age at surgery. Women followed for an average of 7.5 years after bilateral breast reduction surgery, were at a statistically significant 28 percent decreased risk of breast cancer. The current study is thus consistent with a protective effect following partial removal of breast glandular tissue.

3) Pitanguy I: Surgical treatment of breast hypertrophy. Br J Plast Surg 20 (1967) 78-85

4) Werner CH, Beck L, Bender HG, Greuel H, Mannherz KH, Potthoff S, Schuck U: Nachuntersuchung von Patientinnen mit einer Mammareduktionsplastik nach Strömbeck (1971-1975). Geburtsh Frauenheilk 37 (1977) 566-571

 

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Als Anlage zu diesem Schreiben erhalten Sie folgende Unterlagen:

* Ärztliches Gutachten (plastische Chirurgie) – Hr. Dr. Xxxxx, Gesundheitszentrum in Xxxxx

* Fachärztliches Schreiben – Hr. Dr. Xxxxx (Orthopäde), Xxxxx-Klinik in Xxxxx
* 7 aktuelle Fotos: Profil und von beiden Seiten unbekleidet; Schnürfurchen unbekleidet; bekleidet
* Meine bei ärztlichen Untersuchungen dokumentierte Gewichtsentwicklung zwischen Februar 2006 und September 2012
* Ergebnisse von vier Blutuntersuchungen zwischen Oktober 2007 und September 2012
* Röntgenbefund von der Untersuchung im Lendenwirbelbereich vom August 2011
* MRT Befund von der Supraspinatussehnenruptur in der rechten Schulter vom September 2012 (mit Bildern)
* Bericht von der mammographischen und sonographischen Untersuchung der Brüste vom September 2012 (mit Bildern)

 
Bitte zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren, falls Sie weitere Unterlagen benötigen, die meine obigen Ausführungen belegen. Für etwaige Rückfragen stehe ich Ihnen ebenso gerne zur Verfügung, wie die o. g. Ärzte – die Entbindung der Schweigepflicht zur Prüfung dieses Falles erteile ich Ihnen hiermit.

 
Ich bitte um wohlwollende Prüfung und hoffe auf eine positive Entscheidung Ihrerseits.

Mit freundlichen Grüßen

 

Ich habe den Antrag abgegeben, eine Woche später habe ich noch drei Atteste nachgereicht und zwei Tage darauf wurde ich angerufen, dass die Kosten durch die TKK übernommen werden. Am nächsten Tag habe ich meinen Op-Termin um 2,5 Monate vorverlegen lassen und 2 Wochen später wurde ich operiert. Das war vor knapp 5 Monaten.

 

 

Tipps für den Antrag auf Kostenübernahme

 

Will man eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse für die Brustverkleinerung, sollte man unbedingt einen Antrag schreiben und so viele Atteste von Fachärzten einholen, wie nur möglich. Einige geben nur ein kurzes Schreiben ohne großartige Begründung mit dem Attest vom plastischen Chirurgen ab. Andere geben nur letzteren ohne Antrag ab. Es ist aber am Besten, wenn man selber im Antrag ausführlich beschreibt, warum man die Op braucht, warum die Krankenkasse die Kosten übernehmen soll, warum es für die KK günstig ist, zu bezahlen und man sollte unbedingt aussagekräftige Fotos beifügen.

Diese drei Ärzte sollten unbedingt nach einem Attest gefragt werden:

plastischer Chirurg: sehr wichtig! Dieses Attest sollte unbedingt abgegeben werden. Es soll von dem Chirurgen kommen, der die Op durchführen wird. In seinem Attest soll drin stehen, wieviel Gewebe pro Brust entnommen werden kann, wie viel die Brüste wiegen, Fotos von den Brüsten werden auch gemacht und zur Verfügung gestellt, auch wenn sie nicht unbedingt mitgeschickt werden

– Orthopäde: sehr wichtig! Man sollte bei diesem Orthopäden in Behandlung sein, er soll in sein Attest schreiben, was für Veränderungen nachweisbar sind und was man dagegen unternommen hat. Es ist wichtig, dass der Orthopäde schreibt, alle Mittel wurden ausgeschöpft, ohne eine Verbesserung und die Op ist dringend notwendig

– Hautarzt: sehr wichtig! Er sollte attestieren, dass in der Unterbrustfalte wiederkehrend Entzündungen und/oder Pilzbefall auftreten, die kaum unter Kontrolle zu kriegen sind. Schnürfurchen an den Schultern von den breiten BH-Trägern – die Breite sollte mindestens 2 cm betragen, besser mehr.

Ausser diesen Ärzten könnte man auch noch vom Frauenarzt und Hausarzt ein Attest einholen, ist aber nicht so wichtig. Diese können nichts neues aussagen. Für die KK zählt, dass man Veränderungen hat und einige Therapien durchgemacht hat. Allerdings muss ich dazu sagen, dass es auch ohne gehen kann, wie es bei mir der Fall war. Ich war nicht in Behandlung, ich hatte mal 6 Massagen verschrieben bekommen, das war alles. Wenn man nichts in der Hand hat (Therapien, Krankengymnastik), sollte man eine Ausgangslage haben, die für sich spricht. Oder man sollte nachweisen können, dass man viel Gewicht verloren hat – in diesem Fall bezahlt die KK nicht nur eine Brust-Op schneller, sondern auch eine Bauchdeckenstraffung. Bauchdecke und Brüste sollten deutlich hängen und da kommt der Hautarzt, der attestiert, dass unter dem Hautlappen böse Dinge passieren. Andererseits können Frauen abgelehnt werden, die jeden Monat zum Orthopäden oder Hautarzt müssen und schon alles verschieben bekommen haben. Warum? Es ist ein Rätzel. Vielleicht haben sie Brüste, die doch nicht groß genug sind, oder die KK muss sparen oder der MDK-Arzt hat schlechte Laune – das weiß keiner leider. Man darf aber trotzdem nicht aufgeben und sollte weiter versuchen.

 

Was im Antrag stehen sollte:

In der Regel verlangen die Krankenkassen, dass man ein BMI unter 30,0 hat. Es heißt aber nicht, dass man mit einem BMI von 34 automatisch abgelehnt wird. Mit deutlichem Übergewicht kann man auch eine Kostenübernahme erhalten, dazu muss man nur eine deutliche Ausgangslage vorweisen. Zum Beispiel viel abgenommen haben oder eine Krankheit haben, die eine Abnahme unzumutbar macht und die großen Brüste schon an der Gesundheit der Frau Spuren hinterlassen haben, oder die Brüste sind unterschiedlich groß, etc. Man sollte versuchen, vor dem Antrag unter BMI 30 zu kommen, wenn man es nur schafft – die Ausreden zählen nicht, man soll sich anstrengen, das soll die KK auch sehen! Fitnesskurse nachweisen, Ernährungsberatung in Anspruch nehmen oder selber bezahlen, Gewichtsverlauf durch einen Arzt dokumentieren lassen, Blutwerte, Zuckerwerte, Leberwerte verbessern, durch Laboruntersuchungen nachweisen. Man muss den Hausarzt nicht extra darum bitten, die jährliche Blutuntersuchung reicht völlig aus. Ich habe selber auch einfach nur die Laborergebnisse von früher kopieren lassen und habe sie aus vorherigen Jahren gesammelt und dem Antrag beigefügt. Ich habe Werte markiert, die sich durch meine Abnahme deutlich verbessert haben und die bei Folgekrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Probleme eine Rolle spielen: Cholesterin, Trigyzeride, Langzeit-Zucker (HbA1c). Da ich in der Schwangerschaft Diabetes hatte, hatte ich damals eine Ernährungsberatung erhalten und mein Langzeit-Zucker wurde bestimmt. Nachdem ich abgenommen habe, wurde der Langzeit-Zucker bei der jährichen Blutuntersuchung mitbestimmt, so konnte ich die positive Veränderung nachweisen. Ist man nicht unter BMI 30,0, sagt oft die KK, dass sie der Kostenübernahme zustimmen, wenn man noch x kg abnimmt. In diesem Fall soll man es wirklich tun, die Sache ernst nehmen, personal Trainer engagieren und wirklich abnehmen. Der Op steht nichts mehr im Wege.

girl

Unterbrustumfang, Brustumfang – daraus wird das Gewicht der Brust errechnet. Man kann es aber auch auf dieser Seite eintippen und das Ergebnis in den Antrag schreiben: http://www.buestenhalter.com Das Gewicht der Brüste irgendwie selber zu ermitteln, ist sehr schwierig bis unmöglich. Die MDK-Ärzte machen es meist so, dass sich die Frau auf die Waage stellen muss und der Arzt die Brüste einzeln hochhebt. Das Gewicht hängt davon ab, wie hoch der Arzt die Brust hebt. Wir haben es mit meinem Mann zu Hause versucht, 5 mal gewogen, 5 verschiedene Ergebnisse bekommen, die reichten pro Brust von 2 bis 3 kg. In meinen Antrag habe ich den Mittelwert geschrieben. Laut der oben genannten Internetseite hatte ich bei einem UBU von 85 cm und einem BU von 118 cm pro Brust ein Gewicht von 2020 g. Dabei wurde nicht berücksichtigt, dass meine Brüste unterschiedlich groß waren und auch nicht, dass sie laut Mammografie überwiegend aus Drüsengewebe bestanden haben, das schwerer als Fettgewebe ist. Die dritte und genaueste Methode ist die Wasserverdrängung. Dabei lässt man die Brust in ein Schüssel randvoll mit Wasser senken und misst, wieviel Wasser rausläuft. Man braucht also zwei Schüssel, der untere ist natürlich leer und fängt das Wasser aus dem überlaufenden vollen Schüssel auf. Ich selber habe es nicht probiert.

Es gibt noch einige Publikationen im Thema Brustgewicht, eine davon ist diese: A.J. TURNER & D.G. DUJON. 2005. Predicting cup size after reduction mammaplasty

Die Daten sind in britischen Maßeinheiten angegeben, aber auf dieser Seite findet man die entsprechende EU-Größe. Zum Beispiel habe ich UBU 85 cm, das entspricht 38 in England. Guckt man in der Publikation nach, bedeutet es, dass eine Körbchengröße etwa 215 g wiegt. Ich trug 85K, eine Brust wog also etwa 2365 g. Das könnte hinkommen. Entnommen wurden bei mir 1250 g im Durchschnitt und so kam ich auf Größe 85E = 6 Körbchengrößen kleiner, pro Cup mit 215 g gerechnet, kommen da 1290 g raus. Könnte also wirklich akkurat sein! Dementsprechend wiegen meine Brüste immer noch über 1000 g und etwa 500-600 g hätten noch weggenommen werden können.

girl

In den Antrag sollte auch rein, wie die Beschaffenheit der Brüste ist. Wenn man es weiß. Ich habe es bei der Mammografie erfahren, die das Ganze ins Rollen gebracht hat. Es gibt 4 Brusttypen: ACR Dichtetyp 1- mit überwiegend lockerem Fettgewebe, 4- mit überwiegend dichtem Drüsengewebe und 2, 3 dazwischen. In meinem Bericht stand, dass ich Typ 3-4 habe. Ich glaube, es ist für die KK wichtig, weil man beim Übergewicht mit Brüsten aus überwiegend Fettgewebe viel ohne Op Gewicht verlieren kann. Drüsengewebe kann man jedoch nicht alleine loswerden und dichtes Gewebe macht die Ziele der Vorsorgeuntersuchung auch unmöglich.

Über 1500 g pro Brust spricht man von Gigantomastie, das ist schon krankhaft und die KK muss eigentlich zahlen.

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BH-Größe angeben – man hört überall, dass Frauen nicht wissen, was ihre richtige BH-Größe ist, sie tragen meist einen zu kleinen BH. Oder der BH ist schon ausgeleiert, oder man hat das Ettikett entfernt. Auf der Büstenhater Seite kann man die richtige BH-Größe anhand UHU und BU errechnen und die vorgeschlagene BH-Größe in den Antrag schreiben.

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Mann sollte im Antrag angeben, von wem die Op durchgeführt werden soll. Von diesem Arzt sollte auch das Attest vorliegen. Die Krankenkassen lassen nicht jeden Arzt ran, deswegen ist es wichtig. Aber auch nachdem die Kostenübernahme schon zugesprochen wurde, kann man den Arzt noch wechseln, man muss es nur der KK mitteilen.

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Unbedingt muss im Antrag und im Attest vom PC drin stehen, wie viel Gewebe bei der OP entfernt werden kann. Das sollte man nicht selber errechnen, der Chirurg hat da schon Erfahrung. Sollte er zumindest haben, meiner hat es hofflungslos untergeschätzt. Ich wusste es schon, als er die Zahlen beim ersten Beratungsgespräch ausgesprochen hat: 900-1000 g. Nur?!? Ich habe mich vor dem Gespräch schon schlau gemacht, ich habe mindestens mit 1,5 wenn nicht 2 kg pro Brust gerechnet. Wie es sich nach der Op auch bestätigt hat, wurden pro Seite 1130 und 1330 g entnommen und hätten noch 500-600 g mehr sein sollen. Also insgesamt irgendwo bei 1700- 1900 g. Ich hatte wirklich riesen Angst davor, dass meine Brüste nach der Op immer noch zu groß sein werden. Überall habe ich davon gelesen. Es gibt nicht viele, die am Ende die Brüste zu klein finden, aber sehr viele, die sie immer noch groß finden. Die Krankenkassen lehnen gleich ab, wenn das entfernbare Volumen unter 500 g liegt, der PC schreibt also schon von Anfang an mehr in sein Attest. Bei Grenzfällen wird man auf jeden Fall zum MDK geschickt, die KK entscheidet dann nicht nach Aktenlage. Sind die Brüste unterschiedlich groß, zählt die 500 g Grenze nicht. Dann muss ein deutlicher Unterschied bestehen, mindestens 2 Körbchengrößen.

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Man sollte nicht auf psychische Probleme plädieren, sonst wird man zur Psychotherapie. Das hat früher gezogen, heute überhaupt nicht mehr. Nur noch orthopädische und Hautprobleme.

Alles, was man beschreibt, sollte man durch ärztliche Dokumente nachweisen (auch die Abnahme! Also man sollte frühere Untersuchungsergebnisse zusammensuchen, von der Arzthelferin kopieren lassen, wo man offiziell gewogen wurde. Nicht vergessen, sich nach der Abnahme wiegen zu lassen.)

Die gesündheitlichen Beschwerden, wie Hautprobleme, Rückenprobleme, ein paar Therapien/Massagen/Rückenschule/Fitness-Studio-Kurs, ohne Verbesserung sollte auch dokumentiert und beschrieben werden. Röntgenaufnahmen, MRT, Berichte, alles was mit den Schmerzen zu tun hat, dokumentieren.

Man soll gute Bhs mit breiten Trägern tragen (mindestens 2 cm), trotzdem Schnürfurchen und Schulterschmerzen haben. Die Träger meiner BHs waren 3-3,5 cm breit, ich habe sie fotografiert und die Fotos mit Messband drauf beigefügt.

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Zum Antrag sollte man beeindruckende Fotos von der Ausgangslage beifügen, zB vorher-nachher Abnahme Fotos, Hautentzündung, Schnürfurchen, nackte Brustfotos von vorne und seitlich, wobei man darauf achten muss, dass die Ellenbogen auf dem Foto zu sehen sind. Es wird darauf geachtet, wie sehr die Brüste darunter hängen. Ganzkörperfotos in einem engen Oberteil könnte auch hilfreich sein, weil man so die Proportionen erkennen kann. Ich habe die Sachbearbeiterin mit einem nackten Oberkörper-Foto gleich auf der ersten Seite meines Antrages schockiert. Meine beigefügten Fotos (Ausgangslage) kannst du hier und in diesem früheren Beitrag sehen, so wie ich sie abgegeben habe (natürlich ohne das Gesicht unkenntlich gemacht zu haben).

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Man sollte einige Sätze für Argumente widmen, warum es für die Krankenkasse langfristig günstiger ist, die Kosten für die Brustverkleinerung zu übernehmen: die meisten Krankschreibungen und Arbeitsausfälle passieren wegen Rückenschmerzen; die Kosten für Therapien, Medikamente, Arztbesuche, die nichts bringen, kosten viel mehr, als die Op selber; hat man viel abgenommen, hat man die Risiken für Folgekrankheiten gesenkt, wofür die KK hätte bezahlen sollen, Folgekrankheiten und die Folgekosten allgemein werden gemindert, etc. Google nutzen, zu den Themen aktuelle Nachrichten durchstöbern, zitieren. Quellen angeben.

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Mein Antrag betrug 7 Seiten, beinhaltete 7 Fotos, unzählige ärztliche Dokumente, Berichte über MRT, Röntgenuntersuchungen und 5 Atteste. In den Antrag habe ich hinten eine Kurze Zusammenfassung mit den Eckdaten geschrieben, bis dahin hat man schon so viel gelesen, dass es notwendig war, kompakt auf den Punkt zu kommen.

 

 

Brustverkleinerung – Attest vom Orthopäden

 

Ich (falle mit der Tür ins Haus): Ich plane eine Brustverkleinerung und wollte Sie fragen, ob Sie mir wegen den Rückenschmerzen ein Attest für die Krankenkasse schreiben würden.
Orthopäde (nach langem Überlegen, wahrscheinlich vor Überraschung wegen der absurden Idee): ………….. das bringt nichts! Ich kann Ihnen ein Attest schreiben, aber die Krankenkasse wird bestimmt nicht bezahlen. Nicht mal bei meiner Schwiegertochter hat die Krankenkasse bezahlt…… (da hat er aufgehört zu reden, wahrscheinlich ist ihm eingefallen, dass er da lieber was nicht erzählen sollte??) Die einzige Möglichkeit wäre, wenn Sie mit psychischer Belastung argumentieren würden.

Bei ihm hat noch niemand eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse erhalten. Er hat mehrmals betont, dass es keinen Sinn macht, einen Antrag zu schreiben. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll bei so einer Antwort. Genau wie meine Frauenärztin – ich denke mir schon, wieso ihre Patientinnen nie eine Kostenübernahme bekommen haben! Aber gut, ich halte die Klappe, der Orthopäde war wieder der Typ Arzt, der denkt, er wäre Gott. Er muss es besser wissen, ich klärte ihn über die Psychoschiene nicht auf. Er hat mich noch untersucht und zum Röntgen der Brustwirbel geschickt, was ich am nächsten Morgen erledigt habe, da es natürlich schon zu spät war und die Abteilung zu hatte. Am nächsten Tag bin ich also zu ihm ohne Termin zurück. Er hat die Röntgenaufnahmen angeguckt und gesagt, dass schon Veränderungen zu sehen sind, aber ob es der Krankenkasse reicht, das bezweifelt er. Und betonte wieder, dass die KK eh nicht zahlen wird. Danach hat er das Attest diktiert, ich kann es in paar Tagen abholen, bzw. es wird von ihnen auch an die Krankenkasse gefaxt. Immerhin ging es relativ schnell, auf den Termin musste ich auch nur 2,5 Wochen und nicht Monate warten.

Der Tag des Orthopäden-Termins war übrigens eine reine Katastrophe, die Vorfälle wollten kein Ende nehmen:

Der Termin war Nachmittag in einer anderen Stadt Richtung Norden. Vorher musste ich aber meine Kinder zu Omi fahren (Richtung Süden) und danach wollte ich noch meinen Antrag bei der Krankenkasse persönlich abgeben (warum, erzähle ich später, immerhin in der Stadt Richtung Norden, wo der Orthopäde seine Praxis hatte). Die Zeit war knapp, ich musste mich beeilen, tschüß Omi, tschüß Kinder.

Nur leider war die Ausfahrt auf der Autobahn, die ich hätte nehmen müssen, gesperrt, ich musste weiter fahren. Es gab keine weitere Ausfahrt, die Autobahn ging vor dem nächsten Kaff zu Ende, also habe ich dort gewendet und schnell zurück. Zum Glück war die Ausfahrt auf dieser Seite frei, ich konnte runterfahren.

Bis zur Krankenkasse war es nicht weit… kurz vor dem Gebäude wieder eine Baustelle. Betrifft mich nicht, die Spur zurück ist gesperrt (hmmm.. hätte ich merken sollen).

Bei der KK musste ich nicht lange warten, alles sah gut aus, ich habe den Antrag mit den Attesten abgegeben, die ich schon hatte. Ich fuhr zurück auf die Autobahn… nur leider war bei der Baustelle von vorhin meine Spur gesperrt. Da habe ich schon geflucht, gewendet, Umweg gefahren.

Ich kam vor der Orthopäden-Praxis rechtzeitig an, nur sie sind vor einiger Zeit woanders umgezogen. Da habe ich noch lauter und länger und saftiger geflucht. Schnell habe ich die Telefonnummer an der Tür angerufen und die Sprechstundenhilfe die Sache erklärt. Sie sagte mir die neue Adresse, die ich ins Navi eingetippt habe.. war leicht genervt, Termindruck eben.

Ähmm.. das Krankenhaus, wo der Orthopäde jetzt arbeitet, ist aus der Stadt raus, ganz am anderen Ende… auf einem kleineren Berg >>> scheiß Navi!!  (*%&$§*** geflucht auf Deutsch und auf Ungarisch) Es zeigt mir ein Mist an, die Straße ist oben, ich muss um den Berg herum hochfahren. Aber gut, ich kam mit einer halben Stunde Verspätung schon an, musste aber lange warten, bis ich zum Arzt reinkam. Es reichte aus, dass die Röntgenabteilung nicht mehr auf hatte und ich am nächsten Morgen wieder hinfahren durfte. Beim Kassenautomat merkte ich auch noch, dass ich zu wenig Bargeld bei mir hatte, die Person hinter mir hat mir was „geliehen“.

Mehr geht nicht mehr, oder? Sonst habe ich nie so ein Pech, wahrscheinlich sammele ich paar Jahrzehnte und dann kommt an einem Nachmittag alles zusammen.

Die Fahrt am nächsten Morgen klappte wenigstens schon ohne Navi und ohne Vorfälle. 😉

Kostenpunkt: 15 Euro im Voraus (unverschämt und happig)

Im Attest „durchaus zu befürworten“ ist schlecht, sehr schlecht. Aber egal, weil die Krankenkasse schon zugesagt hat, bevor das Attest zugefaxt wurde 😛

Attest-orthopäde

 

 

Brustverkleinerung – Attest von der Frauenärztin

Eine Woche nach dem Beratungsgespräch beim plastischen Chirurgen (PC) hatte ich einen Termin bei meiner Frauenärztin (FÄ). Es war Anfang Oktober 2012. Wir haben vor paar Jahren schon über eine Verkleinerung geredet, sie hat mir aber keine Hoffnungen gemacht, dass die Kosten durch die Krankenkasse übernommen werden. Sie meinte diesmal auch, dass sie schon vielen Frauen ein Attest ausgestellt hat, aber kein Antrag wurde bis jetzt durch die Krankenkasse genehmigt. Dann hat sie angefangen mir zu schildern, was sie in ihr Attest reinschreiben wollte und der erste Punkt war die psychische Belastung. Olalla!! Nicht doch! Ich wusste sofort, wieso bis jetzt keine Patientin von ihr eine Kostenübernahme erhalten hat! Da habe ich sie sofort unterbrochen und meine Forums-Erfahrungen erzählt: die Psychoschiene zieht nicht, sie sollte ganz wegbleiben, sonst werde ich zum Psychologen geschickt, anstatt eine Brustverkleinerung zu bekommen. Sie hat es verstanden und ein tolles Attest geschrieben, das ich 6 Tage später abholen konnte. Unser Termin dauerte nur eine Viertel Stunde, ich wurde nicht vermessen oder gewogen, wir haben nur geredet. Sie hatte volles Verständnis für mein Problem. Sie hat mich zuletzt mit 100 kg gesehen und hat mich mit 17 kg weniger kaum wiedererkannt.

Kostenfaktor: 18,50 Euro (happig)

Bei den Attesten ist es wichtig, dass „aus medizinischen Gründen“ und „dringend erforderlich oder notwendig“ drin steht. Es reicht nicht, wenn es „empfehlenswert“ ist.

 

Attest-FA

Brustverkleinerung – Beratungsgespräch

Zwei Tage nachdem ich beim Orthopäden war und von ihm das erste Attest für die Brustverkleinerung bekommen habe, hatte ich das Beratungsgespräch beim plastischen Chirurgen in einem naheliegenden Krankenhaus. Den operierenden Arzt hat mir vor paar Jahren meine Frauenärztin empfohlen. Ich habe sie damals darauf angesprochen, was sie über eine Verkleinerung hält. Sie meinte damals, dass sie aktuell eine Patientin hat, die schon seit Jahren mit der Krankenkasse um die Kostenübernahme kämpft und sie hat nicht mal Übergewicht. Damals wog ich noch über 100 kg und wusste nicht wirklich, wie ich abnehmen soll. So beschäftigte mich die Op auch nicht weiter. Ich habe mich noch daran erinnert, welches Krankenhaus sie damals erwähnt hat. Ich habe also gegoogelt und den Arzt auch bald gefunden. Ich habe dort sofort angerufen und knapp 3 Wochen später einen Termin für ein Gespräch bekommen. Meine Frauenärztin meinte damals auch noch, die Chancen für eine Kostenübernahme stehen sehr schlecht, die Krankenkassen wollen nicht mehr bezahlen.

Bevor ich zum Beratungsgespräch gefahren bin, habe ich noch bei meiner Krankenkasse (Techniker KK) angerufen, weil ich nachfragen wollte, was ich alles in den Antrag auf Kostenübernahme schreiben und welche Atteste ich am Besten einholen soll. Es war schon nach 17 Uhr und bei der Hotline wusste mir die Frau nicht zu helfen, ich soll bitte am nächsten Tag wieder anrufen. So habe ich auch gemacht. Ich fand es etwas erschreckend, dass alles über das Gespräch vom Vorabend im Computer stand und der Mitarbeiter sofort wusste, warum ich anrufe. Anonym mal was zu fragen, war nicht möglich. Am Telefon war natürlich ein Mann dran, damit es für mich auch noch richtig peinlich ist. Ich telefoniere eh nicht gerne, da Deutsch nicht meine Muttersprache ist und ich nicht immer weiß, wie ich mich ausdrücken soll. Ich habe kurz geschildert, was ich machen möchte, er hat mir zusammengefasst, was ich brauche:

Im Antrag sollten folgende Fakten drin stehen:

– wer ist der operierende Arzt

– Größe, Gewicht, BH Größe

– Fotos von vorne und von der Seite

– Brustgewicht, Beschaffenheit (eher mit Drüsen oder mit Fett)

– entfernbares Volumen pro Brust

Ich habe auch eine Telefonnummer bekommen, wo ich anrufen und fragen kann, an wen ich den Antrag adressieren und schicken soll. Als ich dort angerufen habe, meldete sich eine Frau in einem ganz anderen Bundesland, bei der Zentrale, wo wir hingehören. Dort habe ich einen Namen bekommen, allerdings schickte ich später den Antrag doch nicht zu ihr, sondern ich bin zu unserer Filiale gefahren und habe den Antrag persönlich abgegeben.

Und nun zum Beratungsgespräch Ende September:

Im Wartezimmer musste ich trotz Termin 3/4 Stunden warten, unser Gespräch hat danach eine halbe Stunde gedauert. Der plastische Chirurg (abgekürzt PC) hat meine Vorgeschichte in den PC eingetippt, er hat mich vermessen (die Entfernung Brustwarzen zum Schlüsselbein, Taille, Hüfte). Die Brust wurde nicht gewogen, er hat geschätzt, dass etwa 900-1000 Gram pro Seite entfernt werden könnten, so würde ich auf ein kleines C kommen. Dass er die Brust nicht hochgehoben und mich dabei auf der Waage gewogen hat, hat mir zu Denken gegeben, da ich das Ergebnis hätte in den Antrag schreiben sollen. Als ich ihm erzählt habe, was ich aus dem PC-Forum schon wusste, dass die Ärzte beim medizinischen Dienst (MDK) die Brüste auf dieser Weise wiegen, hat er nur mit den Augen gerollt und gemeint, das ist unmöglich. Das Gewicht der Brüste hängt davon ab, wie hoch man hebt.

Hmmm… das ist ein Problem, was soll ich dann machen? Eine Lösung haben wir dann zu Hause mit meinem Mann gefunden. Ich habe mich auf die Waage gestellt, mein Mann hat mir die Brüste hochgehoben. Fünf mal gemacht, fünf verschiedene Ergebnisse bekommen. Das Gewicht zu bestimmen bleibt doch ein Problem. Was soll ich jetzt in den Attest schreiben? Diese Methode ist absolut unakkurat. Abhängig davon, wie hoch er die Brüste hochgehoben hat, kamen Werte pro Brust zwischen 2000 und 3000 Gramm raus. Was ich nicht weiss, sagt mir Google. Es dauerte ein wenig, bis ich auf Seiten gestoßen bin, auf denen ich das geschätzte Gewicht der Brüste anhand der Unterbrust- und der Brustumfang online ausrechnen konnte.  Wie ich es erfahren habe, einige Ärzte vom medizinischen Dienst haben auch so eine Tabelle, in der sie anhand dieser Daten das ungefähre Gewicht berechnen und die Brüste nicht auf der Waage durch Hochheben messen. Auf Deutsch kann ich dazu die Büstenhalter Brafitter Seite empfehlen. Eigentlich reichen diese genannten zwei Werte (UBU und BU), man klickt unten auf „BH-Größe ermitteln“ und auf der nächsten Seite steht, was man wissen wollte. Wie man den Brustumfang bei stark hängenden Brüsten misst, ist erklärt, allerdings habe ich es nicht so gemacht, sondern einfach so gemessen, wie sie ohne BH waren. Meine Brüste waren aber auch keine Hautlappen, sondern voll mit Drüsengewebe, deswegen weiß ich nicht, ob diese Methode auch bei flachen und stark hängenden Brüsten funktioniert oder man dort wirklich der Beschreibung folgen sollte. Was ich bekam, hat so auch etwa gestimmt, ausser dass es nicht beachtet wurde, dass Drüsengewebe schwerer und kompakter ist als Fettgewebe. Eine Brust aus überwiegend Fettgewebe wiegt weniger, als die selbe Brust aus überwiegend Drüsengewebe. Bei 116 und 85 cm kam bei mir ein Gewicht von 1850 g raus und die BH Größe 85 J. Ich trug zur Zeit 80 I, was aber ziemlich knapp war, ich hätte bestimmt 80 K gebraucht, nur sowas habe ich nirgendwo mehr bekommen. Ich fand eine BH-Marke (Anita Jana 5427) mit breiten Trägern (3 cm), die sehr bequem waren, allerdings gingen sie nur bis Körbchengröße I. Davon hatte ich mehrere Stücke. Zum Sport trug ich eine andere Marke, wo mir 85 I passte: Ulla Sport und Entlastungs BH Serie Kate (Trägerbreite 3,8 cm). Diese BHs kosten nicht mehr 12-20 Euro, wie ich sie mir jetzt kaufe, sondern 60-90 Euro pro Stück! Sie müssen eine Menge aushalten und trotzdem musste ich noch einen engen Sportsoberteil anziehen und die Brüste beim Sport oft festhalten. Jumping Jacks gingen überhaupt nicht, heute ist es ganz anders!!! Wie Tag und Nacht, wie Himmel und Hölle! Ich hätte vor einem halben Jahr BeFit nicht Tag für Tag  meistern können. Was bin ich froh, dass ich die OP machen ließ!

Aber zurück zum Beratungsgespräch: Der PC hat mir geraten, auf mein Wunschgewicht zu kommen, bevor ich operiert werde. Ich wog in seiner Praxis 83 kg, genau wie heute, ein halbes Jahr später. Ich habe ihn gebeten, mich offiziell zu wiegen, weil ich meine Gewichtsabnahme festhalten und dokumentieren wollte, so dass die KK es auch erkennt. Und das ging nur durch ärztliche Untersuchungen. Ich wurde seit meiner ersten Schwangerschaft mehrmals offiziell gewogen, nur das aktuelle Gewicht fehlte, nachdem ich 25 kg abgenommen habe. Der PC hat mich also gewogen, später stellte sich aber heraus, dass er es nicht in sein Attest reingeschrieben hat, wie ich es gebraucht hätte. Ich hatte den Wert in meinem Antrag trotzdem. Was man noch über den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Kostenübernahme hört: je mehr Übergewicht, umso wahrscheinlicher ist eine Ablehnung. Es gibt Ausnahmen, vor allem wenn man gesundheitlich so mitgenommen ist, dass eine weitere Abnahme mit den großen Brüsten nicht zumutbar ist. Aber allgemein kann man die Nummer 30 als magische Grenze erwähnen, und zwar beim BMI. Darüber hinaus hat man Adipositas, darunter Übergewicht. Die Krankenkassen wollen ein BMI unter 30,0 haben, wenn nicht, schreiben sie häufig, man solle vorher etwas abnehmen, danach stimmen sie der Kostenübernahme zu. Mit 83 kg hatte ich ein BMI von 30,1 gehabt. Bis ich den Antrag abgegeben habe, musste ich noch ein halbes Kilo abnehmen. Es ist lächerlich, aber wahr: Wenn man wegen etwas abnehmen MUSS, GEHT ES EINFACH NICHT RUNTER! So war es bei mir auch, trotzdem habe ich in den Antrag 82 kg reingeschrieben und wurde mit 82,8 kg operiert. Zum Glück wurde mein Gewicht nie überprüft, da ich nicht zum MDK gehen musste, ich glaube allerdings auch nicht, dass 300 Gramm an der Kostenübernahme etwas geändert hätte. Meine Ausgangslage war so extrem, dass die KK hätte nicht ablehnen können.

Der PC meinte, er schreibt mir ein Attest für die Krankenkasse, den ich etwa in 7-10 Tagen mit der Post bekommen werde (ein Exemplar bekommt meine Frauenärztin und eins die Krankenkasse). Die Brüste wurden von zwei Seiten fotografiert. Ich habe in den Antrag aber meine eigenen Fotos beigefügt. Das ist der nächste wichtige Punkt bei dem Antrag. Bei den Fotos muss man darauf achten, dass auch die Ellenbogen zu sehen sind, weil die Krankenkasse und der MDK-Arzt bei der Beurteilung darauf achten, wie weit die Brüste runterhängen (auch abhängig davon, wie alt die Frau ist). Mit 40 Jahren bis zum Ellenbogen ist es fast normal. Ich habe 7 Fotos gemacht: von vorne, von beiden Seiten (alles nackig, wie Gott mich verstellte), angezogen in einem engen Oberteil von vorne (um die Proportionen zu zeigen) und von den beiden Schultern mit Schnürfurchen, die durch den breiten BH-Träger auf der Haut rot geleuchtet haben. Den Träger habe ich mit einem Massband zusammen fotografiert, das zeigte, dass der Träger 3 cm breit war. Viele MDK-Ärzte lehnen ab und sagen, die Frau soll vernünftige BHs mit breiten Trägern tragen, dann werden die Schulter auch nicht so aussehen. Deswegen war so ein Foto wichtig.

antrag foto


Der PC hat mir noch erklärt, wie die OP ablaufen würde, ich habe auch ein Infoblatt bekommen, auf dem Foto hat er alles markiert, was ich wissen musste. Ein sogenannter T-Schnitt soll gemacht werden und die Brustwarzen werden an einem Gewebestiel nach oben versetzt. Es wird eine Verkleinerung mit Straffung. Beim T-Schnitt entstehen die meisten Narben: in der Unterbrustfalte, um die Brustwarze herum und zwischen den beiden eine senkrechte Linie. Beim i-Schnitt entfällt die Narbe in der Unterbrustfalte, dafür kann man weniger Volumen wegnehmen. Es gibt noch eine narbensparende Technik, bei der nur um die Brustwarze herum geschnitten wird (natürlich kann man dadurch noch weniger wegnehmen):

verkleinerung techniken Quelle

Da ich die OP auch hätte machen lassen, wenn die KK die Kosten nicht übernimmt, haben wir auch schon einen Termin für die OP ausgemacht: in 3,5 Monaten. Der PC meinte, im November wäre schon alles voll und ich hätte im Dezember nicht gekonnt, weil ich Anfang Januar plante, ins Ausland zu fliegen und bis dahin hätte ich mich von der OP noch nicht erholen können. Deswegen sollte der Termin dann Mitte Januar 2013 sein. Bis dahin sagt die Krankenkasse sicherlich Bescheid, ob sie die Kosten übernehmen oder nicht – so war der Plan.

Von der Brustgröße nach der OP haben wir nicht viel geredet. Ich habe erwähnt, dass ich möglichst kleine Brüste haben möchte (B eben), er meinte ein kleines C würde rauskommen, aber ich soll ihm meine Vorstellungen am OP-Tag beim Anzeichnen genau schildern und wir gucken. Es soll auf jeden Fall ein T-Schnitt werden und die Brustwarzen werden nicht abgetrennt. Sie kommen an einem Stiel 15 cm höher (also auf 22 cm Höhe – auf die Höhe der Unterbrustfalte). Anzeichnen fängt um 7:10 an, OP ist irgendwann nach 8 Uhr, etwa 4-5 Tage nach der OP darf ich wieder heim.

Als Selbstzahler müsste ich etwa 4000 Euro bezahlen, plus 200 Euro für den BH. Folgekostenversicherung wurde nicht erwähnt, ich habe auch vergessen danach zu fragen.
Da die KK die Kosten dann übernahm, habe ich sogar zwei Kompressions-BHs bekommen und musste für sie einen Eigenanteil von nur 20 Euro bezahlen (von 400 Euro!!). Folgekostenversicherung brauchte ich so auch nicht. Die OP wurde dann auch nicht im Januar 2013 gemacht, sondern schon im November 2012 – dazu später mehr.

Ich hatte mit dem Attest vom PC Probleme, dass ich den Vertrauen in die Praxis zunehmend verloren habe und der Arzt war auch nicht so sympathisch, wie ich es gerne gehabt hätte. Er war nett, er hat erklärt, aber ich hatte damals schon das Gefühl, dass er meine Wünsche nicht ernst nimmt. Beim zweiten Gespräch und bei der 6 Wochen Kontrolle nach der OP merkte ich auch, dass er nicht viel darauf gibt, was ich gerne hätte oder was ich empfinde. Viele Ärzte spielen den Gott – das Gefühl hatte ich bei ihm auch. Nachdem die KK bestätigt hat, dass sie die Kosten übernehmen und ich immer wieder mit dem Attest Ärger hatte, wollte ich auch noch woanders ein Beratungsgespräch haben. Ich hätte es wirklich tun sollen, es ist aber dann doch nicht so gekommen.

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